Israel 2017 Zehnter Tag

Wahrlich, was das Essen angeht bin ich ein echt verwöhnter Mensch. Was wohl im hohen Maße daran liegt, dass ich in eine Familie hineingebohrtem wurde in der einmal alle gut kochen können und zum zweiten auch alle ungemein gut und gerne essen. Es gibt oder gab wohl Bilder wie ich noch im Kinderwagen liegend an riesigen (wahrscheinlich eher aus der Sicht der Größe des Kindes riesigen) Knochen mich schmatzend abarbeitete. Und es gibt auch viele Storys zum Thema Essen & Björn. Daher habe ich ein bisschen Probleme mit dem Essen, gerade mit dem Frühstück hier im Hotel. Meine Antwort auf Essen, das mir nicht schmeckt ist, dass ich nur irgendwas schlichtes davon esse. Hier mit Vorliebe Fladen mit Hummus – das schmeckt immer ist Nahrhaft und gut. Leider ist nicht mal das hier der Fall. Schade. Aber wenig essen hat auch was gutes, das kanns ich ja nur positiv auf dei Figur auswirken ;-).

Aber nun zum Tag und den Ereignissen: Wahnsinnig war der zehnte Tag. Voller Emotion und Gefühle, voller Fragen und Geisteblitzen. Voller Nähe und Gespräch …

Wir stiegen in eine Wadi ein und marschierten in diesem, bzw. an dem darin entlang verlaufenden Kanal entlang in Richtung des orthodoxen Klosters Sankt Georg und dann weiter in die Oasenstadt Jericho. Mein persönlicher Einstieg in diese Wanderschaft, in die Wüste dauerte ein bisschen länger. Ich musste geistig erstmal noch das zweifelhafte Gerede unseres Guides verarbeiten, der uns die Tage hier begleitet. Ich beobachte ja stehts meine Reaktionen und kenne mich ja schon recht gut und muss sehr mich zurückhalten, wenn ich jemanden mir Gegenüber habe, bei dem ich das Gefühl habe er nimmt mich nicht ernst. So einer ist dieser Mann. Seine Aussagen zu Israel und Palestina, seine mangelhaften Ausführungen zu Land, Leute und Geschichte und vieles mehr machen mich rasend und ich brauche gerade Zeit um das in mir runter zu schlucken. Und so brauchte ich fast eine Stunde bis ich in einem Ruhemodus reinkam in dem Landschaft, Gebet und Bewegung einen Gleichklang bekommen. Unser Rektor gab uns noch im Tal einen Impuls und auch den Psalm 23 mit auf den Weg, den wir dann in Folge einige zeit im Schweigen weitergingen.

Was tauchte da dann nach einiger Zeit auf, nachdem alles andere unwichtig wurde. Immer wieder gab es bei mir Minuten innerer ganzer Ruhe: wunderbar! Traurig, dass ich es noch nicht schaffe, das lange auszuhalten. Ich lasse mich zu leicht ablenken, zu schnell nehme ich etwas war und mache mir dann andere Gedanken dazu. Aber zumindest kann ich glücklich sein, dass ich es immer wieder schaffe.

Hier, inmitten all der Wärme, des Steins und der Stille kann ich erspüren, wie einzelne Situationen in der Bibel sich nochmal tiefer anfühlen. Das Gelesene der letzten Tage, aber auch das was ich schon „so kenne“ fängt an immer mehr zu wirken. Ja, die Bibel wird hier zum Reiseführer.

Wüste: leere, Einsamkeit, Gottlosigkeit – ja und nein. Die Wüste, so einsam wie sie erscheint ist sie nicht. Hier leben Menschen. Leer ist sie mitnichten. Mensch und Tier, Pflanzen und so manches andere lebt hier, hat hier eine Lebensform entwickelt. Gottlosigkeit? Nein, das glaube ich nicht. Viele Menschen kommen hier her um Gott zu suchen und zu finden. Die Ruhe, die Gleichheit und die Stimmung schaffen einen neuen Zugang zu Gott.

Wüste wird mit Gottlosigkeit und leere gleichgesetzt. Ja, das mag stimmen, das ist ein Bild das für die Leere in einem Menschen passt, wenn er ganz ohne Gott ist. … bald gehts weiter.

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