Ein Kerzlein vor der Gottesmutter

Es ist einfach was Schönes, im Münster zu sitzen und diese Kirche zu genießen. Ich setzte mich dann auch gerne mal so, dass ich die Gottesmutter und die vielen Lichter beim Gebet im Blick habe. Das mache ich fürs Gebet, aber auch weil ich neugierig bin, denn ich sitze auch einfach mal nur gerne da und schau mir alles an. Manchmal ist es schön ruhig, nur die Lichter flackern und hin und wieder hört man eine kleine Gruppe. Manchmal ist aber auch ganz viel los. So wie heute. Ganz viele Gruppen, aber auch ganz viele Familien und einzelne Personen die durch das Münster schlendern und an der Gottesmutter stehen bleiben. So richtig viele zücken dann ihren Geldbeutel und zünden ein Kerzlein an. Dabei bleiben manche mit der Kerze erst mal stehen und stecken sie dann auf den Ständer, andere stellen das Kerzlein auf den Ständer und bleiben dann ein bisschen stehen und manch einer weiß nicht ganz so genau, was er da eigentlich gerade getan hat. Man sieht diesen Personen an, dass sie zwischen fragend und verlegen die Handlung bedenken, davorstehen und eventuell sogar gerne beten würden … manche machen es eventuell auch. So ganz sieht man das ja nicht. Aber sie sind dann ein bisschen linkisch, verlegen …

Ich sehe da gerne zu. Es ist schön, finde ich, wie die vielen verschiedenen Menschen, aller Altersklassen da eine Kerze anzünden. Dieses Flämmchen der Kerzen verbindet all diese Menschen untereinander, das Flämmchen verbindet die Menschen mit Gott, den sie im Namen der Gottesmutter bitten, das kleine Flämmchen der Kerze das entzündet wird verbindet alle auch mit jenen Menschen für die es entzündet wurde. Ich finde diese Vorstellung schön.

Und ich finde es schön, dass – trotz vieler Unkenrufe – da eine gemeinsame Grundlage von Glauben, von Hoffnung zu sehen ist und ich frage mich, ob wir diese nicht zu sehr aus dem Blick verloren haben. Wir in der Kirche messen so viel. Am liebsten hängen wir uns fest an den Statistiken zu Gottesdienstbesuch, zu Tauf-, Todes- und Hochzeitszahlen. Aber können wir den Glauben messen? Manchmal frage ich mich, ob wir zu oft von der „Hochform“, also der Eucharistie, aus alles im Blick haben und es nicht besser wäre, wenn wir wieder ganz grundsätzlich anfangen. Bei der Sehnsucht, bei der Hoffnung, beim Gebet und beim vom Glauben erzählen … Die Apostelgeschichte erzählt davon so viel, manchmal wünschte ich mir, wir fingen nochmal dort an … Bibel lesen, Wort Gottes hören und gemeinsam den Versuch wagen nach diesem gehörten Wort zu leben – und dann weitergehen. Ich erinnere mich da an eine Katechese von Cyrill von Jerusalem, die muss ich – denk ich – nochmal lesen …

Schönen Freitag dann also …

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