Johannes 3,31-36

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Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm. (Joh 3,31-36)

1. Was meint Jesus mit seiner Unterscheidung „von oben kommen“ einerseits und „irdisch“ andererseits?

Wie schon in den letzten Tagen, verwendet Jesus Gegensätze um was zu erklären. Gegensätze, die zeigen sollen, wie sich das Leben verändert, wenn der Mensch glaubt.

Der, der von Oben kommt, so denke ich wird wohl Jesus sein. Er ist es, der aus dem Himmel stammt. Wer ist aber mit dem Irdischen gemeint? Manche Exegeten meinen, dass Jesus damit Johannes den Täufer meint. Er ist einer der zwar Prophet ist, aber eben ein irdischer und auch im irdischen behaftet ist. Er tauft zum Beispiel ja nur mit Wasser. Jesus mit Geist.

Aber eventuell nimmt Jesus auch nochmal Bezug auf Nikodemus (Joh 3,1 ff.) als Gegenbeispiel. Auch er versteht Teile, bleibt aber eben im irdischen behaftet. Wie auch seine Jünger über eine sehr lange Zeit. Irdische Denkweisen versuchen die Botschaft eben allein über Gesetze und Regeln zu ergreifen. Himmlische Denkweisen, die Botschaft Jesu Christi rechnet mit dem Heiligen Geist, mit Veränderungen die eben nicht „normal“ sind.  Und nicht nur Jesus rechnet mit diesem „Mehr“, sondern alle, die im Geist leben, also sich zu Jesus bekennen.

2. Was hat der letzte Satz für eine Auswirkung auf unseren Bezug auf die nichtchristlichen Religionen?

Papst Franziskus fährt am 28.04. nach Kairo, er trifft dort Christen aber eben auch Muslime. Die Frage ist also aktuell, auch in unserem Alltag, hier vor Ort in Deutschland.

Für mich hat diese Aussage nichts damit zu tun, wie ich mit Andersgläubigen oder Nichtgläubigen umgehen soll. Die Aussage hat nicht den Auftrag an mich, die Anderen zu meiden oder zu negieren. Das geht gar nicht, denn wenn Gott unser Schöpfer von Himmel und Erde ist, dann hat er alle Menschen geschaffen. Und ich darf den Menschen, ein Geschöpf Gottes, nur in Respekt und in der Zusage einer personalen Würde begegnen.

Die andere Botschaft, die mir hier aufgezeigt wird ist die, dass ich eben einen Missionsauftrag habe. Ich habe die Aufgabe, als gläubiger Christ auch ein sichtbarer Christ zu sein. Nicht nervig, nicht zwangsmissionierend, aber doch muss ich auffallen, denn ich zeige ja mit meinem Leben, in Wort und Tat, dass Jesus Christus mein Leben positiv verändert hat und ich ein Leben in Hoffnung und Osterfreude lebe.

Wie gesagt, wir sollen missionarisch tätig sein, damit alle zum Glauben kommen. Das ist am effektivsten, wenn ich zeige: Jesus Christus hat mein Leben positiv verändert. Ob der Gegenüber dann an Christus glaubt und wann, das liegt allein im Dialog zwischen Gott und dem Gegenüber. Ich kann nur Vorbild sein, Zeuge sein, eventuell Anstoß sein, was bedeutet: ich bin eben aktiver Christ – und das bin ich doch im Gegenüber zu jedem Menschen, ob Christ oder wer auch immer.

Meine Stimme in einer kürzeren Auslegung von heute können sie im Domradio hören.

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