Franziskus: Gott ist jung! Unbedingt lesen

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Habt keine Angst“ – das ist wohl eine der entscheidenden Aussagen des kleinen Büchleins von Papst Franziskus, das in diesen Tagen in verschiedenen Sprachen erschienen ist (Deutsch im Verlag Herder). Wer die letzten Zeilen des Interviewbuches liest, dürfte da etwas in sich (nach-)klingen hören. Es sind irgendwie Worte, die manche schon kennen, die aber gerade deshalb nicht alt oder abgedroschen klingen, sondern so wie Gott voller Jugendlichkeit, sprich Vitalität, sind. Das was Papst Franziskus uns – und nicht nur den Jugendlichen alleine – zu sagen hat, das erinnert eben an jenen jungen mutmachenden Papst aus Polen. Wieder klingen dessen Worte, wie am Tag der Wahl des Papstes vor fünf Jahren, nach. Papst Franziskus hat, so lassen es die Worte erahnen, in der Sprache ein Vorbild. Das „Fürchtet euch nicht“ des jungen Papstes, in Polen, gegen die Mächtigen der damaligen Welt gesprochen, ließ Mauern zerbrechen. Dies dürfen wir auch diesen Worten, schlussendlich allen Worten Franziskus wünschen. Diesmal ruft er die mutmachenden Worte den Jugendlichen zu und – ganz dediziert – den Alten, die wir bitte nicht verwechseln dürfen mit den Erwachsenen. Zwar in vermeintlichen fest-gezurrten und pauschalen Begriffen redend, will der Papst eben zeigen, wie bunt, wie reichhaltig, wie ungreifbar und unangreifbar gerade die jungen Menschen sind.

„Die Zeit ist reif für eine echte kulturelle Revolution des Dialogs“ (S. 126). Dieser neue Dialog ist, nach Papst Franziskus, der Dialog zwischen den Träumen und den Erfahrungen der Alten und den Hoffnungen und Erwartungen der Jungen. Hier kann sich die Zukunft der Menschheit entwickeln, die jetzt gerade in eine falsche, unmenschliche Richtung abdriften, so der Papst. Der Interviewpartner des Papstes malt diese Welt noch radikaler aus, er negiert und präsentiert eine doch sehr pessimistische – ja fast schon verstockte – Haltung zur heutigen Kultur und es scheint im ersten Moment, dass der Papst hier einsteigt, gerade wenn er die Situationen der Jugendlichen, der Menschen die von einer Welt des „Konsums um des Konsums willen“ (S. 45) weggeworfen und vernichtet werden, benennt und auch drastisch betitelt. Aber der Heilige Vater ist Seelsorger. Er öffnet Räume und schafft neue Horizonte, denn sein in Gottes Liebe fußendes Vertrauen schenkt er den Jugendlichen – nicht ohne auch sie vor Verstockung und Gefahren zu warnen (S. 81/85).

Die Themen sind reichhaltig in diesem Buch. Von Internet, Drogen, Ökologie bis hin zur Freiheit des Menschen und zum Selbstmord, vieles wird angesprochen. Das mag einem zu viel vorkommen, der Papst zeigt aber, dass es hier immer nur um Auswüchse geht, vielmehr zeigt er an diesen Themen, was falsch läuft und wo das gemeinsame Grundübel verortet werden kann und dass alles zusammenhängt an dem einen: Jesus Christus.

Das neue Buch des Papstes ist ein kleines Buch, aber eines das Mut macht, das die Fehler und Schwächen unseres Lebens aufzeigt, uns warnt aber immer wieder sagt: Brecht auf, noch ist die Zeit!

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