Treue

In der Liturgie des vergangenen Dienstags (31. Woche) hatten wir in den Gebeten (MB 309/12; 291; 292) und in den Lesungstexten (Phil 2,5-11; Lk 14,15-24) und dem Psalm das Thema der Treue Gottes genauer die „Auswirkungen“ oder Formen der Treue Gottes, wie wir sie als Menschen erfahren dürfen.

Im Konzept der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott zeigt sich für mich, dass einer der Aspekte dieser Ebenbildlichkeit unser Gedächtnis und unser Denken, die Kraft des Erinnerns, an das was war, ist. Erinnern, sich einordnen können in den Lauf der Zeit, das ist ein grundsätzliches sich in Beziehung setzten. Hier zeigt sich, dass wir nicht einsame Individuen sind, die sich nur allein und in sich eingekapselt entfalten können, zum Mensch werden können. Mensch sein, bedeutet: Sich in Beziehung zu setzten, zeitlich, räumlich um Bezug auf Menschen. Vom Ich auf ein Du zu blicken und damit selbst zum Du zu werden.

Dieses sich in Beziehungsetzten, das findet sich in seiner Urform in Gott, denn er bietet uns das an. Dieses Gottes-Angebot gilt absolut und ist in seiner Form radikal, denn der Gott der Bibel zeigt uns, dass er ganz und gar ein „Ja“ zum ganzen Menschen, zum freien Menschen spricht. Wir können das, also all die Ausprägungen und Folgen daraus, die Treue Gottes nennen.

Diese grundsätzliche Treue Gott ist immer, ja sogar überzeitlich, ob wir sie sehen, annehmen oder ablehnen. Christ sein, die Freiheit des Christen zeigt sich darin, eben zu Entscheiden ob ich diesen Treuebund annehme oder nicht. Der Anfang der Liturgie, die Zusage des Priesters: „Der Herr sei mit euch“ und das Kyrie sind Zeichen dieses selbstentscheidenskönnen, denn beides braucht eine Antwort. Eine Antwort von uns. Eine Antwort, die grundsätzlich ist, die erneuert werden will, hin zu einer Treue, die wir in Treue auf Gottes Treue hin ganzheitlich, also evangeliumsgemäß leben.

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