Kunst und Kirche


Am vergangenen Wochenende ging es bei mir mal so richtig um Kunst, genauer gesagt: Moderne Kunst und dann och genauer: Um den Kunstpreis der Erzdiözese Freiburg 2019. 

Dieser steht unter dem Thema „Was ist wahr“ und hat in den letzten Monaten hunderte Beiträge gesichtet und 19 Arbeiten in die Ausstellung übernommen. Dazu gab bzw. gibt es einen Katalog in dem die Arbeiten und ihre Künstler vorgestellt und jeweils von Kunsthistorikern und Theologen (also Studierenden) mit Impulsen ergänzt. In diesem Katalog durfte ich ein paar Beiträge schreiben und das hat mir ungemein viel Spass gemacht. Es war schon in dieser Phase ungemein bereichernd, sich mit dem Thema und dann mit den Bildern zu den Arbeiten auseinander zu setzten und zu schauen, was mir die Arbeiten sagen bzw. wie ich auf solche Arbeiten reagiere, bin ich doch da nicht so erfahren ….

Nun hatten wir am Samstag eine Begehung der Ausstellung, vor der Eröffnung und sehr viel Zeit in der kleinen Gruppe der Beiträger und der Ausstellungsguides um ausführlich darüber zu diskutieren. Das war faszinierend und hat mir ungemein viel gebracht. Ich empfehle echt jedem der Zeit hat, diese Ausstellung zu besuchen, den wunderbaren Katalog zu kaufen und sich intensiv mit den Exponaten und den Impulsen die sie zur Frage „Was ist wahr“ dem Besucher schenken, nachzudenken.

Wer sich ausführlich auch mit moderner Kunst auseinandersetzt wird merken, dass einem dies im Denken weiter bringt. Gerade wir innerhalb der Kirche sollten aktiv solch einen Dialog, ganz persönlich und institutionalisiert mit Kunst führen. Dabei sollte nicht nur irgendwelche vergangenen Kunstformen im Blick genommen werden sondern wirklich eine Offenheit für alle Kunstformen vorhanden sein. Klar gibt es dann Formen, die einem nicht so liegen und andere mehr, aber es muss eine Offenheit bleiben und die Erkenntnis, dass die Kunst der Religion, gerade der Liturgie und dem Glaubensleben, ungemein viele Impulse schenken kann. Wie gesagt, man muss nicht alles mögen, aber offen bleiben und die Tiefe, die Beziehung zwischen Kunstausdruck und Erfahrung bzw. dem Sitz des Lebens der Kunst achten und aufnehmen. 

Papst Paul VI hat das 1964 sehr gut ausgedrückt als er zu den anwesenden Künstlern sagte: „Wir brauchen eure Mitarbeit, um unseren Dienst ausüben zu können, ein Dienst, der, wie ihr wisst, darin besteht, die geistlichen Dinge, das Unsichtbare, Unaussprechliche, die Dinge Gottes, zu verkünden, zugänglich und verstehbar zu machen für den Geist und die Herzen der Menschen. In dieser Tätigkeit … seid ihr (die) Meister. Es ist eure Aufgabe, eure Mission, und eure Kunst besteht darin, Schätze aus dem himmlischen Bereich des Geistes zu ergreifen und sie in Worte, Farben, Formen zu kleiden, sie zugänglich zu machen“  – weiter sagte er: „Wenn wir auf eure Hilfe verzichten müssten … würde unser Dienst ins Stocken geraten und unsicher werden, und es bräuchte eine besondere Anstrengung – um es so auszudrücken –, um ihn künstlerisch, ja sogar prophetisch zu machen. Um die Höhen der lyrischen Ausdruckskraft der intuitiven Schönheit zu erklimmen, muß das Priestertum mit der Kunst in Einklang gebracht werden„. Papst Paul VI. versprach sogar:  (die) „Freundschaft zwischen Kirche und Künstlern neu zu gründen„. Der Kunstpreis der Erzdiözese ist sicherlich eine dieser Veranstaltungen in der Tradition des nun heiligen Papstes.

Deshalb stellt sich mir dann auch – es ist nun mal aktuell mein Thema – ob wir innerhalb der Ausbildung (wir: Priester, Pastis und Gem-refs und Lehrer) in diesem wichtigen Auftrag ausreichend ausgebildet und geprägt werden. Soweit ich das sehe ist das noch ausbaufähig.   

 

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