Kirche sein …. Tagung II.

Der Vormittag ist vorbei. Brav, wie es bei Kirchens üblich ist, gab es ein ausführliches Mittagessen und dann die klassische Pause. Ich bin darüber froh. Muss aber trotzdem schmunzeln, denn in der freien Wirtschaft gäbe es das so nicht. Und nachher – auch Tradition – gehts nicht nur mit der Sitzung weiter sondern auch mit dem Essen,d ,ein zu einem guten kirchlichen Leben gehören irgendwie mindestens vier Mahlzeiten ….;-)

Aber zum Thema: Während auf mich so nebenher die Nachrichten, Diskussionen und Meldungen aus dem www einprasseln, dankt Twitter und Co. merke ich, bzw. Bestätigt sich bei mir die Erfahrung, dass sich in den Diskussionen und Haltungen zwischen den anwesenden jüngeren Teilnehmenden und der kirchlichen (Laien-)Welt einiges sich verändert. Mir fällt das im Studium auf, wenn ich sehe, dass so manch eine Fragestellung eben nicht mehr so aufkommt wie noch vor zehn Jahren, oder wenn sich gerade bei den jüngeren Studierenden Wörter wie „Spiritualität“, „Gebetsleben“ oder die Forderung nach einer Ausrichtung auf Jesus Christus irgendwie öfters kommen als in anderen Kreisen, in anderen Generationen. Natürlich gibt es weiterhin viele Themen und Haltungen, die ich nicht so mittragen kann und auch will. Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen etc. aber dass ein Kommilitone fordert, die Kirche muss missionarischer sein, das hätte ich mir vor zehn Jahren nicht einmal erträumen lassen. 

Wenn ich nach den aktuellen Gesprächen heute und in den letzten Wochen und Monaten immer wieder auf so Schlagzeilen, Forderungen etc von  Verbänden, von Interessenvertretern, Funktionären und den alten großen Kämpfern unter den Theologen schaue, dann muss ich sagen: Diese Funktionärskirche hat sich mindestens genauso weit von der kirchlichen Basis entfernt wie es auf der anderen Seite klerikalismen bedienende Kreise es tun. Die Zeit von liberal und Konservativ, von links oder recht, von Kirchenkampf gegen Priester und Co ist in dieser Form vorbei und das ist aus meiner Sicht gut so. 

Die Forderungen nach Veränderungen bestehen weiterhin und das ist auch wichtig. Kirche muss sich wandeln. Sie muss sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzten und steht’s sich neu in Beziehung dazu setzten. Jedoch ist immer mehr die Erkenntnis da, wird immer mehr Raum geöffnet für eine Frage, was ist an dem was wir haben gut und ist das was „schlecht“ ist, grundsätzlich schlecht oder eher nur die Umsetzung, Ausführung etc.? 

Für mich zeigt sich das zum Beispiel ganz klar beim Thema „Berufung“. gerade heute sind mir wieder zwei Artikel/Beiträge zum Thema Priestermangel und Umdenken bei der Priesterzulassung aufgefallen. Ich denke, dass die beiden Themenbereiche Muster sind für das was falsch läuft in unserer Kirche. Gerade bei den Priestern wurde über Jahrzehnte gewollt und ungewollt, der Berufsstand systematisch kaputt gemacht. Das Berufsbild wurde und wird dauerhaft in der Fläche negiert. Von Funktionären, von innerhalb wie außerhalb der Kirche. Eine Berufungspastoral wurde auf den Pfarreien, auf der Ebene, auf der es entscheidend ist und war, von Jahr zu Jahr immer weniger, dafür die Anstrengungen von Hauptamtlichen an anderer Stelle immer größer. Wenn junge Männer, die eventuell sich damit auseinandersetzten schon vor Ort hören: „Wie kannst du nur“, dann werden systematisch Charismen und die Erfahrung von Berufung negiert. Das Gleiche gilt bei Frauen für Orden und Gemeinschaften, für die Jungfräulichkeit. Warum? Weil wir allzulange und nicht mehr auf das eingelassen haben, was das II. Vatikanische Konzil so stark gefordert hat: Darauf, dass wir alle Volk Gottes sind und Verantwortung füreinander und zueinander haben. 

Wenn wir nun, in diesen Kreisen wie heute, in den Zirkeln von Studium etc. Endlich und mit einer Volk-Gottes-Theologie auseinandersetzten, und darauf einlassen Charismen anzunehmen und zu fördern, dann wird das Volk Gottes wieder wachsen, dann werden Gemeinden blühen, dann wird es wieder viele Priester geben und wir dem Ziel das wir alle haben, wieder näher kommen: Das Heil der Menschen, in Jesus Christus.

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