Muss es immer neu sein?

Heute hatte ich eine Prüfung. Dabei ging es um das Eherecht und um Liturgie und als Einstieg ging es um die Frage, wie eine Pastoral bei Wiederverheiratet-geschiedenen aussehen könne. Zum Beispiel bei einer Segensfeier. Das war eine spannende Frage, denn es zeigte, dass hier einiges zu bedenken und noch viel mehr durchzusprechen gilt. Das fängt dabei an, dass Begriffe und kirchliche Konzepte sehr uneinheitlich verwendet und besprochen werden. Und das geht weiter bei der Frage, was das Kirchenrecht, was die Theologie eigentlich „denkt“. Das ist gar nicht so monolitisch, wie es manchmal suggeriert wird.

Was ich aber auf alle Fälle schonmal mitgenommen habe ist, dass wir nicht das Rad immer neu erfinden müssen. Die Kirche hat, gerade in der Liturgie, so viele Traditionen, Riten und Impulse, dass wir wirklich diese oft nur neu aufgreifen müssen. Wenn wir uns unverfälscht auf einiges einlassen, uns frei machen von Mustern und Vorgefassten, dann kann sich da einiges neu entwickeln, was gerade irgendwie schlummert.

Da ich morgen eine Prüfung zu Pastoraltheologie habe und mir die Unterlagen nochmal anschaue merke ich, dass das eventuell allgemein mal durchdacht werden muss. Immer wieder gibt „neue“ Konzepte und irgendwas vorher wird negiert. Ich bin mir gerade nicht mehr sicher, dass die Frage sein muss, was können wir verändern, sondern wie können wir die Grundlage unserer Kirche neu oder tiefer hervorheben.

Eventuell braucht es nicht den ganz neuen großen Wurf sondern allein die Bereitschaft sich zu öffnen, den Blick neu zu weiten und darauf zu schauen, wieviel den möglich ist, was alles uns die Offenbarung und das Glaubensleben der Jahrhunderte schon geschenkt hat um selbst immer tiefer christlich zu leben und für andere Räume des Glaubens, der Erfahrung zu schaffen.

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