Pfingsten – will ich das?

Wer sich durch Facebook, Instagram, Twitter und Co. scrollt findet seitenweise Bilder vom heiligen Geist, der als Taube, als Feuer als Winddarstellungen auf die Menschen herabkommt, alles durchwirbelt.

Wer sich die Predigten und Texte vornimmt findet viel davon, dass sich was ändern muss, dass der Wandel kommt und kommen muss, dass die Einheit Ziel und Grundlage ist, …

Aber mir bleibt ein schaler Geschmack bei alledem, denn ich frage mich: Meinen wir es ernst? Sind die Veränderungsprozesse wirklich gewollt und zwar nicht nur bei „den Anderen“, die anderer Meinung sind als ich und daher „absolut falsch liegen“?

Dabei bietet Pfingsten ja wieder wunderbar an, dass sich insbesondere die Medien bzw. die einschlägigen Journalisten die Veränderung fordern, gerade bei den aus ihrer Sicht Bewahrern und Konservativen und damit Verblendeten. Und darauf wird geantwortet und meist klar gestellt, dass die „Veränderer“ die Einheit gefährden. Jeder verlangt die Veränderung beim Anderen und jeder Verlangt genau die Veränderung, die selbst als notwendig erkannt wurde.

Ist solch ein Verhalten nicht Verrat an der Sache? Der Wandel des Pfingstereignis begann nicht „bei den anderen“ sondern bei den Jüngern selbst. „Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“, erzählt uns die Apostelgeschichte im zweiten Kapitel. Die Jünger wurden zu einem Sprachrohr des Heiligen Geist. Sie bzw. ihre Hoffnungen, Wünsche, Erwartungen und Konzepte wurden in diesem Moment nebensächlich, unwichtig, denn sie redeten, „wie es der Geist ihnen eingab“, nicht wie sie es sich ausgedacht haben. Dabei wird es nicht um theologische Disputationen gehandelt haben, sondern um Glaubenszeugnisse, um die grundsätzliche Botschaft, dass Jesus Christus der Herr ist, geboren, gelebt, gekreuzigt, auferstanden und Gegenwärtig ist. Und das ist der Ausgangspunkt, gerade der Kirche, dem neuen Volk Gottes: Das Verkünden der Botschaft (in Wort und Lebensform). Alles andere kommt später.

Zuerst steht die Bereitschaft zum Wandel und die Umsetzung. Nicht die Wandelaufforderung. Nehmen wir das ernst? Beginnen wir dort, wo der Anfang ist zum Wandel?

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