Digital Diary

13.06.2019; 20:45 Uhr: Abendlektüre – in Watzlawiks „Anleitung zum Unglücklichsein“ gelesen. Noch immer ein wunderbares Buch. Habe es zu lange schon nicht mehr gelesen. Zuletzt, welch Schande, 2006. Das Buch bleibt aktuell und die Frage bleibt, was würde passieren, wenn das Buch ernst genommen werden würde? Welch eine unvorstellbare Zukunft und Situation, würde es ergeben, wenn die Menschen verstehen und auch ernst nehmen würden, was da steht …

12.06.2019; 19:45 Uhr: Was mir heute aufgefallen ist: Runterbrechen“ – wir müssen die theologischen Aussagen, die Glaubensaussagen „runterbrechen“. Wenn ich das höre dann stelle hoffe ich jedes Mal, dass nicht die Haltung dahinter steckt, was die Aussage vermuten lässt. Etwas „runterbrechen“, das ist nicht gut, das führt zu einer Haltung: Wir müssen alles leicht erklären, weil die Anderen (wer auch immer da ist) es sonst nicht verstehen. Wir müssen was einfacher sagen, weil die Anderen es nicht verstehen. Das ist keine gute Haltung. Vielmehr müssen wir das, was wir sagen neu sagen, in neue Worte fassen, neu Übersetzen. Die Anderen sind nicht blöd, daher braucht es keine „Kindersprache“. Unsere Texte, Erklärungen etc. sind nur in einer Sprache, die oft genug veraltet, die oft unverständlich ist. Dieses „Runterbrechen“ führte und führt auch dazu, dass wir das, was wir sagen wollen auch irgenwie andauernd scheinbar anpassen an Systeme, die die Anderen kennen. Bei meinem Thema in der Magisterarbeit merke ich gerade: Das ging viel zu oft daneben. Da werden Begriffe und Systeme analog gesetzt mit staatlichen und damit enttheologisiert. Das ist nicht gut, das schafft nur Missverständnis und ganz viel Streit. Ich denke, wir müssen da lernen neu zu sprechen und zu diskutieren, sonst wird das alles ein „Schuss in den Ofen“

11.06.2019; 09:30 Uhr: Vorlesungsfrei die Woche und damit ein anderer Tagesablauf. Aber die Mensa hat offen und wieder frage ich mich – zum x-ten Mal in diesen letzten Tagen – warum muss alles irgendwie „alternativ“ sein? Ich liebe diese Stadt, aber sie ist nicht mehr „Grün“ sondern Ideologisch! Ob das Essen in dieser Stadt, die Klamotten die Studierende tragen, ob die aus meiner Sicht überzogene Art des Umgangs mit Gender, Feminismus, politisch korrekter Sprache, ob die teilweisen abstrusen politischen Diskussionen, ob mit was auch immer: Alles ist ganz besonders Alternativ, alles ist so überzogen. Können wir nicht bodenständig miteinander und mit all dem umgehen was zu unserem Leben gehört. Statt irgendwelchen komischen Mahlzeiten oder Beilagen einfach Nahrungsmittel aus der Region, statt Wallegewänder und unästhetischen Klamotten Freude am Aussehen haben und trotzdem nicht jeder neuen Mode nachrennen, statt der verengenden Bevorzugung der Natur und dem Naturschutz zugunsten von bezahlbarem Wohnraum, statt eines politisch-korrekten Sprechens und diesem ganzen pseudo-psychologischen Geschwätz endlich miteinander reden, Ehrlichkeit statt Schweigen und Schwallen, Respekt vor der Besonderheit des einzelnen Menschen statt Ideologien – und vieles mehr. Es wird echt wieder Zeit, dass wir leben!

07.06.2019; 13:20 Uhr: Heute schon einen guten Start gehabt. War für die Pressestelle des Ordis mit dem designierten Weihbischof seinen Bischofsring abholen. Super schönes Objekt, schlicht, große Aussagen und passend für einen Christ der sich auch beim Einkauf bewusst ist: Christ sein umfasst das ganze Leben. Nicht nur nach der heutigen Erfahrung denke ich mir: Das ist ein guter Hirte und Seelsorger der zwar auch kein Supermann, aber ein Christ im Dienst ist.

Mensa und Milchreis! Freitag halt 😉

05.06.2019: 09:00 Uhr: Das Leben ist Utopie. Ganz und gar und absolut. Aber es ist eine Utopie, die erreicht werden kann. Schritt für Schritt, Tag für Tag wird sie von der Utopie zum Leben. Oder genauer: Kann sie werden, denn nicht viele schaffen dies, oder sind überhaupt bereit diesen Weg zu gehen. Viel zu viele bleiben verhaftet darin davon zu Träumen und das Leben abzutun. Sie leben ein Nicht-leben, richten sich in Unzulänglichkeiten und der Unzufriedenheit ein, die sie allen anderen Aufdrücken wollen.

Ich denke, der wahre Christ ist ein Christ der Ironie gegen diese Welt. Er lebt in ihr, aber immer vom Standpunkt des Zweifels, des Reflektierens und der bewussten Bereitschaft alles in Schutt und Asche zu fragen, was er sich selbst und andere sich an Wahrheiten aufgebaut haben.

05.05.2019; 19:45 Uhr: Ein weiterer Sonntag ist vorüber. Ganz und gar nicht zufrieden bin ich mit mir über den Ertrag. Aber ein Ablenken von den Problemen des Seminaristen ist gerade nicht wirklich möglich. Anspannung vor dem Kommenden führt auch dazu, dass schon wieder Migräne auftaucht.

Gottesdienst, Gebetszeit und dann den Tag über ein bisschen gelesen, die bei drei Bücher angestrichenen Zitate übertragen in die Liste bzw. in die Magisterarbeit und nun warten auf den Schlaf, damit das Migräne weggeht, denn Lesen ist jetzt dann nicht mehr möglich.

Ich bin überrascht über meine Follower-Zahlen. Tagesdurchschnitt 15 Lesende, das mag für manche wenig sein, für mich ist es überraschend.

03.05.2019; 18:00 Uhr: Gebetszeiten am Morgen. Ein weiterer halber Tag in dem Netzwerktreffen ist vorbei. Morgens nochmal ein paar Kommentare beantwortet auf Facebook und dann noch ein paar Diskussionen in der gestern beschriebenen Runde. War interessant, bin aber doch zu weit vom Thema weg, gerade auch, weil es bei mir doch eher „Hobby“ ist und das auch mit dem Wissen, dass ich ab September wahrlich anderes zu tun habe und die Themen von Social Media ins Hintertreffen geraten.

Nachmittags theologische Literatur gelesen. Ein paar Themen aufbereitet und bearbeitet die anstehen und eine unangenehme Mail bekommen, die mich wieder sehr verwirrt hat. Wie leicht man mich doch zwischenzeitlich aus den Bahnen werfen kann. So schwach war ich echt noch nie.

Zum Abend hin noch ein kleines kurzes Treffen an der Alten Wache. Aber ohne Alkohol – Migräne hat wieder begonnen. Danach zu Abend gegessen und telefoniert.

02.05.2019; 22:00 Uhr: Voller Tag: Frühmesse im Haus, einige Dinge erledigt die so anstehen. Listen gemacht für mein Hausamt und ab 11:00 Uhr gab es eine Tagung, ein Treffen von Medienschaffenden der katholischen Kirche in der katholischen Akademie. Da war ich teilweise dabei. Hatte aber dann noch einen Termin im Seelsorgeamt und dann noch einen Kaffeetermin. Also ein aktiver Tag. Mit vielen Spaziergängen. Muss wirklich schauen, dass ich mehr solche Termine hab. Einmal komm ich dann raus aus diesem Haus und zum Zweiten laufe ich dann. „Draussen“ werde ich geschätzt und ich merke immer wieder, die Menschen nehmen wahr, wenn es mir nicht gut geht. Und sie haben Interesse an mir. Das ist so ein Segen. 

Abends gelesen und ein bisschen telefoniert. Versucht früh zu Bett zu gehen, was nur bedingt ging.

Gebetszeiten waren heute ein bisschen anstrengend. Es klappt nicht immer so wie es soll bzw. was soll es denn genau?

12.04.2019; 21:00 ein ruhiger Abend nach einem vollen Tag. Was mich beschäftigt hab ich ja schon geschrieben im Blog. Das Gefühl das bleibt, auch nach einem schönen Telefonat mit einer lieben Freundin lautet „enge“. Das Telefonat hat mein Gefühl leider wieder bestätigt, dass es in unserer Kirche nicht gut läuft. Das zeigt mir nun, zum Abschluss des Tages, ein Konzert das von kirchlichen MitarbeiterInnen organisiert wurde. Wie immer gilt: war gut gemeint, aber wir müssen eingestehen: gut gemeint ist nicht gut gemacht, auch wenn der Musiker super war. Wir brauchen endlich den Mut bei „kirchens“ zu sagen was falsch läuft. Nicht nur dauerhaftes Priestergejage sondern endlich mal Qualität bieten und einfordern bei all denen die Kirchensteuergelder kosten ….

09.04.2019; 08:00 Uhr: Wunderbare Szene am Morgen. Diakon berichtet von seinem Highlight gestern: Gemeindereferentin kommt ganz jovial zu ihm und meint: „Wenn du willst, dann darfst du morgen bei der Beerdigung ministrieren und eventuell sogar die Fürbitten lesen. – Die heutige Wahrnehmung und spirituelle Tiefe zu den Sakramente und Sakramentalien scheint da durch. Aber lassen wir es einfach so stehen und genießen es …

08.04.2019; 15:50 Uhr: Zeiten mit lieben Menschen, bei einem guten Kaffee und tiefen Gesprächen: Das sind die Lichtblicke in einer wolkenverhangenen Welt. Danke Gott, dass ich so wunderbare Menschen kenne.

08.04.2019; 13:50 Uhr:  Heute mal wieder gelernt wie ungenügend unsere Ausbildung ist. Allgemein erfahre ich Tag für Tag mehr über die Ausbildung kirchlicher MitarbeiterInnen und ich muss sagen, dass mich so langsam echt nichts mehr wundert. Auf der Tagung vor ein paar Wochen wurde die Frage gestellt, wie das sein kann, dass wir in der Geschichte der katholischen Kirche noch nie so viele MitarbeiterInnen hatten, wir noch nie so viel Geld eingesetzt haben für Seelsorge und Kirche – und dafür immer mehr Menschen aus der Kirche austreten und immer mehr Menschen sich von Gott und seiner Kirche abwenden. Klar manche bringen die großen Themen dafür vor. Ich sage: Es liegt zu großen Teilen auch an denen die Kirche „vor Ort“ vertreten. Und viel zu oft können sie gar nichts dafür, dass sie ungenügende Arbeit abgeben, denn die Ausbildung ist einfach schlecht. In all den vielen Jahren meines Berufslebens, in all den Betrieben und Unternehmen in denen ich einen Einblick hatte (incl. dem einen Systemgastronom) habe ich noch nie solch eine mangelhafte Ausbildung erlebt. In die Zukunft wird bei Kirchens zwar Geld und Personal verwendet, aber nicht für die Zukunft, sondern allein für die Gegenwart – Beschäftigungstherapie. Ausbildung ist echt schwach bei Kirchens.

28.03.2019; 20:55 Uhr: Welch ein wunderbarer sonniger Tag heute. Da macht das Lernen ungemein viel Freude. Es ist einfach schöner, wenn man am Schreibtisch sitzt und es strahlt die Sonne ins Zimmer. Draußen ist es noch frisch und somit ist das wunderbar. Dank sei Gott!

Im Alltag gibts aktuell nicht viel Zeit für andere Dinge und für Menschen und doch, die wenigen Kontakte, persönlich und am Telefon sind segensreich. Ich bin so dankbar. Ob sie es wissen oder nicht, aber jeder einzelne Kontakt mit meinen Freunden und Bekannten hilft auf diesem Weg. Jeder Mensch braucht sein Umfeld, das ihm Anerkennung als Person schenkt. Das bekomme ich und ich hoffe, dass ich das auch gut zurückgebe. Gott helfe mir dabei.

27.03.2019; 23:20 Uhr: Ausflug in die Stadt erledigt. Jetzt noch voll gefesselt an einem neuen Buch hängen geblieben. Es scheint wirklich so zu sein, dass das Buch gut ist (Als der Wagen kam). Normalerweise ist eine Platzierung auf der Bestsellerliste eher der Beleg, dass es mittelmäßig bis schlecht und  klassischer Mainstream ist. Hier mal nicht. Zumindest bisher nicht.

 27.03.2019; 18:58 Uhr: Da ändert sich was auf der Seite. Hab grad wieder den Rappel was zu ändern. Hoffe es gefällt. Früher hab ich meine Wohnung umgeräumt, jetzt ist es die Internetseite ;-). Kennt ihr das auch, so diese Sehnsucht was zu verändern, gerade auch in den eigenen vier Wänden?

Jetzt ist dann aber Feierabend für heute. Mal wieder einen Abend außer Haus sein und „normales“ Leben genießen steht an.

27.03.2019; 11:20 Uhr: Ein Tag wie jeder, ich träum von … ja von was? Auf alle Fälle davon, dass ich endlich mal weiter komme. Ich bin wahrlich nicht zum Seminaristen berufen und ich bin auch kein Wissenschaftler. Meine Stärken liegen wo anders. Aber das ist ja auch gut so. Und deshalb wieder zurück an den Schreibtisch. Bücher aufschlagen und lesen.

26.03.2019; 18:30 Uhr: Ein guter Tag gehabt. Gelernt, einiges geschrieben und eine schöne Kaffee-Pause mit einem lieben Menschen gehabt. Über Welt & Kirche diskutiert und nicht immer einer Meinung gewesen – und trotzdem mögen wir uns. Wie selten das heute zwischenzeitlich doch ist.

23.03.2019; 19:00 Uhr: gerade genieße ich es mal wieder auf einer Tagung zu sein. Ohne Stress, in einer neugierigen Gruppe. Kaum die nervenden „Besserwisserstudierenden“ die sich immer am liebsten selbst hören … Darüber hinaus sind es ungemein spannende Vorträge zu einem Thema, das mich schon auch umtreibt: Mission! Und zu guter letzt sind gute Freunde von mir hier. Also ein wunderbares Ereignis. Dank sei Gott. Lob sei ihm, für das was er mir hier schenkt. Eventuell schreib ich auch einen größeren Beitrag noch, wenn d8e Eindrücke sich setzten. Und somit bis dahin: Liebe Grüße aus Vallendar…

20.03.2019; 21:47: Und wieder ein Tag vergangen. Zwischen Schreibtisch, Büchern und Gebetszeiten rennt der Tag dahin. Kleine Lichtblicke sind die Kaffeezeiten, die ich mir schenke und die mich aus dem Alltag herausnehmen. Immer mit Freunden und mit Freuden den Kaffee zu genießen, das lässt das Leben erblühen. Das erleichtert auch wieder das Lesen der Bücher aus dem Bereich Pastoraltheologie. Wenn es einen Fachbereich der Theologie gibt, der trotz seiner Wichtigkeit so etwas von langweilig ist, dann ist es die Pastoraltheologie. Durch ihr Geschwafel zerstört sie sich selber. Ellenlange Texte, die nicht viel aussagen. Praxisferne Texte die von einer Praxis erzählen, die einen ergrauen lassen und leider auch zu 75 % verhaftet bleiben in Struktur und Modell, in einem verhaftetsein an Struktur, Verwaltung und enge. Es sind dabei gerade jene, die laut nach Entklerikalisierung schreien, die aber schlussendlich nur die Personen austauschen wollen und die Struktur behalten wollen. Viel zu oft frage ich mich dabei: Wo ist der Geist?

Spannend: Beim Abendessen gute Gespräche gehabt. Was ist Sünde? Wie kommen wir uns Gespräch mit den Menschen, welche Grundhaltung braucht es?

19.03.2019; 09:45 Uhr: Nachrichten gelesen, Kommentare angeschaut und viel zu oft den Kopf geschüttelt. Welche Argumentationen da gerade auch von Theologen/innen verwendet werden, schauerlich. Man fragt sich was da das Studium gebracht hat. Selbst Professoren argumentieren immer mehr rein emotional, völlig unfachlich nur um ihre vorgefasste Meinung der letzten Jahre zu bestätigen. Und dann, auf der anderen Seite unsere Institution Kirche – noch immer eine Kommunikation die nur peinlich ist. So sehr wie ich mir wünsche, dass die ewigen Nörgler und Besserwisser endlich mal nachdenken und sich selbst mal hinterfragen so sehr wünsche ich mir manchmal, dass der kirchliche Wasserkopf, ganz besonders jene, die noch immer nicht verstanden haben, dass wir uns endlich so zu benehmen haben wie es unsere Theologie, ausgehend von der Botschaft, erwartet – verschwindet. In nicht allzuferner Zukunft fliegt uns da einiges um die Ohren, und das liegt nicht allein an Klerikalismus sondern an der Weltferne, der Arroganz und der Ignoranz jener Mitarbeiter im Volk Gottes (also Laien u. Kleriker), die an den Stellen sitzen an denen etwas entschieden wird.

11.03.2019; 21:50 Uhr: Normalerweise mache ich nach dem Nachtgebet ja nichts mehr, aber nun muss ich doch glatt die Tastatur nochmal hernehmen, denn wunderschön erstrahlt gerade der Mond. Eine wunderbare Sichel steht neben dem Münsterturm. Von meinem Fenster aus sehe ich den Mond erstrahlen, hinter den ziehenden Wolken verschwinden und dann wieder auftauchen. Das ist wirklich traumhaft und ich danke Gott dafür. Seht ihr den Mond heute Nacht auch so? Und wie die Wolken strahlen, kurz bevor sie den Mond wieder freigeben.

11.03.2019; 15:20 Uhr: Gestern hab ich mit einer Freundin telefoniert. Sie hat eine sehr „interessante“ Ausbilderin: Pastorale Mitarbeiterin in der Pfarrei, die mit dem katholischen Glauben nichts anfangen kann. Und dann lese ich gerade das Buch von Rainer Bucher: … wenn nichts bleibt wie es war, und hab genau solche Menschen, wie die Ausbilderin der Freundin im Kopf und viele andere negative Beispiele von Hauptamtlichen (Laien & Priester) und frage mich, wie das, was er sich so denkt gelingen soll? Wie soll der Wandel gelingen, wenn die Grundlagen nicht da sind, der Christusglaube, oder zumindest ein gemeinsamer Glaube auf der Grundlage des großen Glaubensbekenntnisses? Bucher setzt Grundlagen voraus, die ich viel zu oft nicht mehr erlebe. Aber egal, ich muss mich daran erinnern, dass es auch positive Beispiele gibt. Kirche hat Zukunft, dank all denen, die noch erfüllt sind von der Frohen Botschaft!

11.03.2019; 08:00 Uhr: Leseliste für Montag: Bucher, Rainer: … wenn nichts bleibt wie es war; Höffner, Kardinal, Josef: Christliche Gesellschaftslehre; Platen, Peter: Die Ausübung kirchlicher Leitungsgewalt durch Laien; Böttigheimer, Christoph: Bedingungslos anerkannt.

10.03.2019; 19:30 Uhr:  Es gibt Wachstum! Er ist ist nicht sichtbar im ersten Moment, aber heute habe ich es erlebt. Heute war im Münster eine Feier für Katechumenen und Innen, sie erhielten die Zulassung zu den Sakramente. Ganz viele junge/jüngere Menschen, die angesteckt sind von der Botschaft. Wunderbar. Wir vergessen gerade diese Aufbrüche, zwischen all den Untergangsszenarien, die wir ja uns selber produzieren. Kirche lebt überall dort wo ChristInnen ihr Leben am Glauben messen und lebendige Zeugen sind.

04.03.2019; 09:15 Uhr: Fasnetswoche in Radolfzell! Für mich fängt der der letzte Tag an. Nach einigen wunderbaren Tagen in Radolfzell voller Freude und Spass und vielen guten Gesprächen. Fasnet kann eine wunderbare Zeit sein mit Menschen, die Narren sind, vom Herzen her. Und viele dieser Narren habe ich erlebt. Mal schauen, was der Tag noch so bringt 😉

03.03.2019; 17:35 Uhr: Wunderbare Stunden in Radolfzell, ein wunderbarer Umzug. Welch eine Farbenpracht. Ich bin immer wieder fasziniert, was die Radolfzeller und ihre Ortsteile da so auf die Beine stellen. 46 Gruppen und davon in erster Linie Familiengruppen, Freunde, die wochenlang nachdenken, entwerfen, basteln und nähen um zu zeigen, was Fasnet ausmacht. Die Preisrichterinnen des Umzugs hatten es diesmal wirklich besonders schwer.

04.02.2019; 19:15 Uhr: Der Tagesheilige Rabanus Maurus schrieb einst: „Übe dich selbst, indem du liesest, und tu dazu etwas Nützliches, indem du schreibst.“ Naja, das Lesen halte ich ein. Ich weiß nur nicht welch ein Schreiben er meinte. In der Hoffnung, dass er heute auch bloggen meinen würde schreib ich dann halt mal weiter.

Erster Tag der Woche. Erster Tag der Prüfungswoche. Eine Prüfung ist nun auch schon vorbei. Soweit kann ich sagen: Der Einstieg ist gelungen. Nun hoffe ich,d ass die beiden anderen Prüfungen diese Woche auch gut vergehen. Dazwischen gibts ja noch vieles zu tun. Nicht nur lernen, sondern morgen dann auch die Beerdigung unseres ehemaligen Generalvikares und danach eben eine Prüfung. Bin mal gespannt, wie sehr ich da „umschalten“ kann.

Der Tag heute hat viel geschenkt. Wunderbar. Hoffe euch auch. Der Sonnenschein, der blaue Himmel und dann die ordentliche Prüfung. Dazu liebe Menschen – was will man mehr. Da dringt das „Danke“ doch absolut frei aus meiner Kehle.

03.02.2019; 10:00 Uhr: Gleich ist Gottesdienst im Haus. Der letzte Sonntagsgottesdienst in diesem Semester im Haus. zum Glück. Ich geh lieber ins Münster dazu oder in die Gemeinden, auch wenn dort die Gefahr größer ist, dass Priester und Mitarbeiter sich inszenieren und nicht Gottesdienst feiern.

Es schneit gerade. Wunderbar. Schnee ist doch so schön. Es macht den Tag heller, das Leben. Wer raus sieht, in die Welt, auf das Ganze, der kann doch nur loben – Gott loben für all das, oder nicht? Da ist doch ein Moment drin, der absolut, der einzigartig, göttlich ist. Ich danke Gott für diesen Tag, für diese Welt und für das was wir als Menschen tun können, oder besser gesagt könnten. Wir tun ja so vieles nicht. Trotzdem: Lobt Gott von ganzem Herzen und einen schönen Sonntag!

02.02.19; 16:10: Heute Morgen in der Frühmesse hieß es: Die Grundhaltung des Christen ist eine Prozessionshaltung, ein gehen mit Gott, ein gehen hinter Gott her aber immer – zumindest als gläubiger Christ – ein Gehen hin zu Gott, Christus im Herzen. Ja, das kann ich unterschreiben. Nur dabei kommt doch die Frage auf: Ist da auch wirklich das im Herzen, was behauptet wird? Ist da Christus im Herzen oder doch eher Macht, Absicherung, Angst, Eigensinn, ein Denken in engen Grenzen? Manchmal erlebe ich doch auch in mir, genauso wie in meinem christlichen Umfeld, dass zumindest nicht nur Christus im Herzen ist. Viel Platz ist oft genug nicht da, oder anders: Um seinen Platz muss er kämpfen. Dürfen wir in unserer so wissenschaftlich-empirisch-abgesicherten Welt sagen: Wir müssen uns neu konzentrieren? Es nützt nichts. Wenn wir weiter, oder endlich (?), Kirche sein wollen, dann müssen wir wirklich zurück. Zurück zur gläubigen Grundhaltung von Simeon und Hannah, an die wir doch auch heute denken sollten, am 02.02.

01.02.19; 09:20: Alltag und Freitag. Heute zum ersten Mal Frühmesse ohne Dr. Bechtold. Schon komisches Gefühl wenn jemand fehlt der Tag für Tag da war. Haben noch einen Rosenkranz für ihn gebetet. Das ist schön. Jetzt geht es wieder ans lernen. Nächste Woche sind Prüfungen, die sollten bestanden werden. 😉 . Beim Frühstück wieder mal ein paar neue Schwächen der Ausbildung kennengelernt, durch Erzählungen der Kollegen. Wirklich: Priestermangel ist wirklich auch selbst produziert. Welcher Mann – gerade welcher Mann aus dem Berufsleben – tut sich solch eine Ausbildung freiwillig an, oder hält das auf Dauer aus ohne zu verzweifeln. Dabei ist die Ausgangslage perfekt, wenn nur die „Ratio“ und die Botschaft Christi ernst genommen werden würde.

31.01.19; 22:50: Es ist doch immer wieder faszinierend, ja verwirrend, verstörend wie sich die Welt weiter dreht während man selbst den Tod im engen Umfeld erlebt. Der Tod ist eine Grenzerfahrung des Lebens und an dieser Grenze scheitern in erster Linie jene Konstrukte die eben nicht mehr sind als Konstrukte. Im Angesicht von lebenswichtigen Momenten zeigt sich auch, wie tragfähig das System Kirche noch ist. Genauer: Wie sehr Mitarbeiter und Institution noch dem entsprechen, was sie leben sollten. Kirche als sichtbares Zeichen der unsichtbaren Wirklichkeit Gottes, der unsichtbaren Gegenwart Gottes im Volk Gottes. Ich habe heute viel gelernt. Einmal, dass heute mit Otto Bechthold einer der wenigen Seelsorger, einer der wenigen geistlichen Priester verstorben ist, den /die ich im Leben kennengelernt habe und kenne. Zum zweiten habe ich beim heute Abend stattfindenden Poetry-Slam in der Kirche St. Johannes in Freiburg gelernt, dass Kirche, dass der gelebte Glaube in und aus der Botschaft eine Zukunft hat, wenn auch eventuell eine Zukunft die manche sich eventuell gerne anders vorstellen. In den Beiträgen und Acts zeigte sich ein Umgang mit den Grundfragen des Lebens, mit der Frage nach Gott und einem Leben in Gott in einer Offenheit, die eventuell daran erinnern kann, dass Gott kein fassbarer Gott ist, der klar bestimmt werden kann sondern vielmehr eine „Leerstelle“ ist, die uns dazu zwingt von einem Antwort-Glauben zu einem fragenden Glauben zu gehen.

30.01.19. 17:30 Uhr: Interessiert es jemand, was ein anderer Mensch so denkt den Tag über? Ich weiß es nicht. Und anders gefragt: Wie exhibitionistisch ist ein Mensch, der seine Gedanken, das was er im Alltag so tut und auch tun sollte postet? In Religionsdidaktik sollte ich eine Einheit zu einem Buch machen, das aus einem Blog geschaffen wurde und als Buch musste ich sagen: Mensch wie langweilig. Als Blog war das sicher interessanter. Hätte ich das gelesen? Ich weiß es nicht. Mal schauen, ob das hier jemand ließt und ganz ehrlich: Mal schauen, wie lang ich das hier mache ;-). Ein Blog hat auch nur wirklich einen Sinn, wenn er zu einem Dialog wird denke ich. Aktiv und passiv!

11.07.2018: Wie können wir heute damit leben, dass wir einen Innenminister haben, der sich an seinem 69. Geburtstag rühmt und freut, dass 69 Menschen abgeschoben werden? Wie gehen wir damit um, dass wir Menschen negieren, Menschen aussortieren und so wieder zu rassistischen Haltungen und Handlungen gelangen. Wie können wir als Christen (schon wieder?) schweigen???

08.04.2017: In der gesamten Frage nach der Berufung, oder besser im gesamten Versuch die Berufung, das Berufungserlebnis in Worte zu fassen, braucht es die Verortung meiner selbst. Wer bin ich und wo stehe ich, sind die Grundfragen um ausgehend davon die Nähe und Ferne zu Gott zu benennen. Dies wiederum ist die Grundlage um das zu Beschreiben und zu Benennen was die eigene Berufung darstellt.

20.03.2017: Kann man zu viel nachdenken? Kann man zuviel hinterfragen? Es scheint so, dass ich das tue. Warum? Suche ich nach einer Reinheit, nach einer Wahrheit, die es in dieser Form nicht gibt in diesem Leben? Oder bin ich einfach nur nervig …

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