Hausherrenfest 2018

Ein Ort steht Kopf. So scheint es wohl für Außenstehende also Nicht-Radolfzeller und sicher auch für so manch einem Radolfzeller. Seit Donnerstag geht’s groß her in Radolfzell und das geht noch bis mindestens Montag, für die Kirche die ganzen Tage danach mit gesonderten Gottesdiensten und Veranstaltungen. Und alles wegen den Hausherren. Also um ein paar Menschen, die vor über 1600 Jahren gelebt haben, in Italien, der Türkei und Ägypten.

Da mir zur letzten Fasnet – nachdem ich nun gut 15 Jahre von Radolfzell weg bin – mir von einem Urgestein der Radolfzeller Fasnet diagnostiziert wurde, dass ich Radolfzeller bin, erlaube ich mir zu sagen, dass ich als Radolfzeller stolz auf diese drei Männer bin und auf jenen, der diese drei Männer, genauer Teile ihrer Reliquien, nach Radolfzell gebracht hat. Ich fühle mich auch mit diesen Männern, alle vier auf ihre Art Glaubenszeugen, eng verbunden.

Und somit war es ein wunderbares Erlebnis, wieder einmal zur Festmesse und der anschließenden Prozession und dem Fürbittgottesdienst in Radolfzell gewesen zu sein. Die Kirche und die Stadt ist voll und die Hoffnung keimt ein bisschen auf, dass dies nicht nur Katholiken, sondern in erster Linie Radolfzeller – egal welcher Konfession – sind, die an diesem Tag etwas erfahren, was eben nicht nur empirisch beweisbar ist. Die an diesem Tag merken, dass es hier etwas gibt, das auf alle Fälle über Gefühl und Erfahrung einzuordnen ist. Eventuell lässt sich an diesen Heiligen ein Grundvertrauen zum Leben erspüren, erleben oder finden, welches wir Menschen brauchen. Eventuell gereichen die Heiligen zu Vorbildern von Menschen die für andere einstehen. Eventuell zeigen diese Heilige auch, dass es einen Gott gibt, der dem Menschen und seinem Leben einen Sinn schenkt, Freiheit und Würde. Eventuell bietet dieses Fest die Möglichkeit für alle Menschen einen Raum zu finden, in dem eine Stadt mehr wird, als nur eine Ansammlung von Mauern. Eventuell erinnern uns auch diese drei bzw. vier Männer (St. Theopont, St. Senesius, St. Zeno und Bischof Radolf) daran, dass der Mensch grundsätzlich selbst Verantwortung übernehmen muss und darf für sein Leben und jene, die ihm Nahe sind: Eventuell bietet auch die Internationalität der Heiligen Impulse zum Nachdenken über das was wir aktuell erleben. Eventuell laden sie zu Fragen ein, wie Gesellschaft funktionieren kann, wie eine Welt funktionieren kann, die kaum Nationalitäten kennt. Eventuell … – es gibt viele Zugangswege zu diesen Hausherren und dem Stadtgründer. Wichtig ist allein, dass die Radolfzeller die Chance des Festes nutzen und neben der Feierlaune selbst, einen persönlichen Ertrag herausziehen.

Mir hat dieses Fest allemal was geschenkt. Nicht nur schöne Stunden, sondern auf alle Fälle die Gewissheit einer Verortung, die Begegnung mit altbekannten und neuen Menschen, gute Gespräche, intensiv erlebte Stunden und ganz sicher die Erfahrung: Es gibt einen Gott, der unser Leben begleitet und uns alles zur Seite stellt, was wir zu erreichen bereit sind.

Krieg und Familie

In meiner Familie wurde früher viel gesungen. Volkslieder, so manch ein Stück aus einer Operette und auch so manch ein Lied, das man unter Chanson, Ballade oder Bänkellied einordnen kann. Dazwischen auch immer wieder Lieder die ich früher nicht einordnen konnte, die sich aber als Lieder entpuppten, die stark mit den deutsch-französischen Kriegen, mit den Kriegen allgemein und mit den Folgen beschäftigen. Oft ganz sichtbar in klaren Worten, oft eher subtil. Zuletzt viel mir auch auf, dass es bei einem Lied einen Text gibt der wohl auf eine alte englische Ballade zurückzuführen ist. Lieder sind spannende Zeugnisse der Geschichte!

Mit den Liedern kamen aber auch immer die Geschichten. Meine Uroma hatte viele auf Lager, mein geliebter Großonkel auch und bei ihm wusste man, dass da sowohl so manch ein Schmunzeln dabei sein musste wie auch der Versuch traurige Geschichten mit Humor zu erzählen. Es waren Familiengeschichten, die oft die schmerzhaften Stellen ausließen oder umschreiben. Was gerade dran war, das lernte ich als Kind heraushören.

Das hat mich grundsätzlich neugierig gemacht. Irgendwann habe ich angefangen meine Familiengeschichte zu erforschen. Immer mal wieder mit mehr und mal mit weniger Motivation und Erfolg. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel herausgefunden, dass es eine Akte zu meinem Uropa gibt, die ich irgendwann mal lesen will. Da ich ein bisschen Angst vor dem Inhalt habe, dauert das noch ein bisschen.

Zur Familiengeschichte gehören landwirtschaftliche Themen, aber auch die letzten drei Kriege, genauer ihre Folgen im familiären Leben. Eine Cousine meiner Oma hat dazu auch mal ein Buch geschrieben: „Mit Gott – für Kaiser und Reich“ und in meinem Geburtsort Tunsel prägen noch heute die Erinnerungstafeln und Orte das Dorf und die Kirche.

Aber wie gehen wir damit um? Ich denke, dass wir grundsätzlich verstanden haben dürften, dass Krieg etwas Schlechtes ist. Und doch – wir akzeptieren ihn immer weiter. Keiner dachte nach dem I. Weltkrieg daran, dass die Menschen so dumm sein konnten, so kurz danach wieder ein großes Schlachten zu beginnen. Und auch nach dem II. Weltkrieg hätte es doch klar sein sollen, dass Diktatur (wie in der DDR), Vernichtung von Menschen oder die Unterstützung von Krieg, die wir auch seit 1945 aktiv und passiv geben nicht gut für die Menschheit sind. Aber wir tun es weiter und immer weiter. Klar, ich bin mir bewusst, dass das eine Utopie ist, aber wieso gehen wir nicht endlich mutig voran und beenden das Rüsten. Die Gespräche in den letzten Tagen im Rahmen der NATO-Konferenz widern mich an. Hier geht es nicht um wirtschaftliche Themen oder um Geld. Hier fordern einzelne, eine Maschinerie aufzurüsten die allein auf eines aus ist: Auf Zerstörung. Das mag vordergründig Friedenssicherung sein, am Ende sind Waffen dazu da um zu töten. Friedenssicherung mit Waffen, das ist Lüge, dann dieser Frieden ist nichts anderes als im besten Falle eine Abwesenheit von Krieg.

In einem anderen Kontext zitiert Stephan Grätzel in seinem Buch „Versöhnung“ Goethe: „und was man ist, das bleibt man anderen schuldig“. Das Zitat stammt aus dem Tasso. Damit will Grätzel zeigen: dass wir unser „Sein zugleich in seinen Bezügen und Beziehungen zu den Anderen, zur Welt und zu sich selbst“ verstehen müssen. Weiter schreibt er „Alle Lebewesen leben voneinander, so dass sie sich gegenseitig brauchen und verbrauchen, dass sie gebraucht und verbraucht werden. Jedes Lebewesen lebt sich selbst nur, indem es von anderen bekommt und an andere gibt.“ (alle Zitate: Grätzel; Versöhnung. Freiburg 2018. S. 234-235) Wie gesagt, er schreibt das in einem anderen Kontext und doch gilt das auch in unserem Leben recht allgemein. Wir stehen in einen Kontext zu unserer Gegenwart, zur Vergangenheit und den Menschen und auch zur Zukunft. Was frühere Generationen getan haben, wie diese gelebt und was sie erlebt haben hat uns geprägt und wird nächste Generationen prägen. Geschichte ist ein Generationenvertrag und Leid und Krieg ein Erleben, das weiter getragen wird. Und so sind in unseren letzten drei Kriegen, die wir Deutsche gegen Frankreich geführt haben, starben somit nicht nur die Soldaten auf den verschiedenen Frontseiten, sondern es litten auch die Menschen darum herum, ihre Familien und ihre Nachkommen. Die Kriege und ihre Folgen sind eingegraben in unser heutiges Leben, auch wenn wir es verdrängen oder nicht sehen (wollen).

Vieles in meiner Familie kann man nur verstehen, wenn man die Geschehnisse der Jahre 1933 – 1945 im Blick hat, wenn man weiß oder erahnt, was damals geschehen ist. Zu lange haben wir in Deutschland im Bezug auf diese scheinbar kleinen Randthemen geschwiegen. Zu lange haben wir in Deutschland uns auf ein paar wenige Themen zurückgezogen und nur ein paar wenige waren mutig genug die Perspektive zu wechseln weg von den fremden Toten in den KZ Und an den Fronten hin zur Frage der Familie, der Nachbarn und des eigenen Lebens.

Die Lieder, die wir in der Familie gesungen haben, die lustigen Geschichten, die wir gehört haben, die zeigen eine Welt, spannend ist aber die Welt, die dazwischen liegt, jene Auslassungen, auf die diese Geschichten und Lieder hinweisen.

Bei der Bearbeitung von Geschichte geht es mir nicht darum, dass wir in Sack und Asche gehen. Wir sind nicht verantwortlich für das was Generationen vor mir getan haben. Ich bin aber dafür verantwortlich, dass ich weiß, was sie getan haben und dafür sorge, dass ich die Fehler nicht mehr tue, dass ich aus den Fehlern lerne. Das beginnt bei der Kommunikation, bei der Sensibilität in der Nutzung von Begriffen oder bei der Sorge darum, dass Gedanken und Ideologien keinen Nährboden mehr bekommen.

Familiengeschichte ist nicht abgeschlossen, denn gerade die Ängste und Nöten, die psychischen Probleme werden an die nächsten Generationen (unterbewusst) weitervererbt. Das fängt bei ganz einfachen Dingen wie dem Umgang mit Nahrungsmittel an, das hört bei Ängsten und Phobien auf. Geschichte der Staaten und Völker endet nicht, das kann nie abgeschlossen werden und so müssen wir uns den Folgen des II. Weltkrieges genauso stellen, wie den Folgen der jüngeren Zeit oder auch des I. Weltkrieges. Gerade gibt es die Möglichkeit sich ganz bewusst mit dem I. Weltkrieg zu beschäftigen. In Belgien in Wijtchaete gibt es eine Grabungsstätte, die Höhe 80, die ausgegraben wird. Hier kann man Geschichte hautnah erleben, durch einen Besuch, durch Mitarbeit als Freiwilliger.

Eventuell lernt da auch eine neue Generation – und auch die ältere Generation – , dass es sinnlos und unmenschlich ist Krieg zu führen. Kein Ziel, kein Ergebnis rechtfertigt den Mord an so vielen Menschen und daran müssen wir denken. Krieg und der Einsatz von Soldaten ist zuallererst die Akzeptanz, dass Menschen getötet werden. Wollen wir das wirklich. Nehmen wir das mal persönlich, denn das ist Krieg nun mal.

Bei Krieg und Streit gilt das Wort von Papst Benedikt XVI.: „Gesegnet sei, wer als erster den Ölzweig erhebt und dem Feind die Rechte entgegenstreckt, ihm den Frieden unter vernünftigen Bedingungen anbietet.“ Nicht die Sieger gewinnen den Krieg, die waren Sieger müssen jene sein, die sich gegen Krieg und Streit stellen. Fangen wir auch in unserem Leben an den Ölzweig zu heben, wir haben schon genug Leid und Schicksal, fangen wir an und ändern wir die Welt. Ernsthaft und ehrlich!

Kirche der Bürokratie?

Im Jahr 2016 erschienen die „Letzten Gespräche“, das vierte Interviewbuch mit Joseph Ratzinger/Vater Benedikt. Wir erlebten damals einen recht persönlichen Papst und ein leider sehr schlecht bearbeitetes Buch, das sich mit Fehlern und einem schlechten Lektorat präsentierte. Manch eine Aussage darin schlug Wellen. Leider oft nicht so, dass es zu einem Nachdenken kam. Die Worte Benedikts zum Thema Deutschland brachten starke Reaktionen. Er sagte damals u. a. „Das ist, glaube ich, die große Gefahr der Kirche in Deutschland, dass sie so viele bezahlte Mitarbeiter hat und dadurch ein Überhang an ungeistlicher Bürokratie“ (Benedikt XVI.; Letzte Gespräche S. 247) — Liegt er denn hier so falsch?

In der Weihnachtsansprache des Jahre 2014 präsentierte Papst Franziskus den versammelten Kurienleitern fünfzehn Krankheiten der Kurie. Damals formulierte er unter Punkt 4.: Zu viel planen: „Es ist nötig, gute Pläne zu machen. Aber verfallt nicht der Versuchung, die Freiheit des Heiligen Geistes einzuschließen oder zu dirigieren, denn er ist größer und großzügiger als jeder menschliche Plan„. In seinem neuesten Interviewbuch ging Papst Franziskus nochmal auf diese fünfzehn Krankheiten ein und diagnostizierte sie uns allen, bzw. warnte uns alle davor. Auch hier gibt es den Punkt vier, der sich aber wie folgt anhört: „Die vierte Krankheit ist die des Planungswahns und des Funktionalismus: Wer alles minutiös durchplant und glaubt, dass die Dinge nur dank seiner perfekten Planung Fortschritte machen, wird zu einem Buchhalter, einem Betriebswirt der Existenz. Die Freiheit des Heiligen Geistes lässt sich nämlich nicht in ein Programm einsperren. Der Heilige Geist bringt dir Frische, Phantasie, Neues – achte auf die Ähnlichkeit zum Begriff des Jungseins, von dem wir gesprochen haben.“ (Franziskus; Gott ist jung, Freiburg 2018. S. 42) – Haben wir das in Deutschland, im Land der Bürokratie, der Verbände und der Strukturpapiere verstanden????

An diese und viele andere Zitate muss ich in den letzten Tagen viel denken. In den letzten Tagen, weil ich immer wieder – aktuell sehr bewusst – Menschen innerhalb der Kirche erleben, die sich lieber auf Versicherungen und auf ihre Strukturpläne, Konzeptionen und Listen zurückziehen statt mutig nach vorne zu gehen. Ich erlebe an vielen Punkten eine abgesicherte Kirche. Eine Kirche, die sich so verschanzt hinter Regeln, Gesetzten und Normen, dass es schwer wird noch zu leben, noch eine Kirche zu sein in der es windet und in der der Staub aus den Ecken hinweggefegt wird.

Aktuell schlagen wir uns alle mit der Datenschutzrichtlinie rum. Nicht jene der EU sondern einer Richtlinie, die von kirchlicher Seite eingeführt wurde und die an vielen Stellen zu Unklarheit führt und Kommunikation und Medienarbeit zerstört oder zumindest behindert. Bistümer führen Mail-Systeme ein, die dazu führen, dass jeder, der nicht zwingend muss, jeden Kontakt vermeidet. Facebook, Instagram, Whatsapp und Co. werden nun wieder zu „bösen Buben“ negiert und so manch einer fordert den Ausstieg der Kirche aus den Social Media. Der Satz: „Technik rettet uns nicht“ und viele ähnlichen Sätze, die grundsätzlich stimmen, werden pauschal und unreflektiert verbreitet um Kirche im Bereich des Digitalen und der Kommunikation einzuschränken. Ein Zukunfts-Pessimismus bekommt hier Raum, der gefährlich wird. Dabei vergessen gerade jene, die die heutigen Formen der Kommunikation negieren, dass Kirche vom Wort lebt und Kirche der Raum einer „Ur-Kommunikation“ ist. Wenn es eine Institution gibt, die das von sich behaupten kann, dann hat das Christentum Kommunikation „erfunden“. Mit einem Gott der dialogisch ist, der logos wurde begann die Möglichkeit echter Kommunikation ganz neu. Die neuen Richtlinien aber und jene Menschen, die sich hier als die großen Retter aufspielen, sind eher die Gefahr für die Kirche. Wir brauchen Theologen (auch Kanoniker) die den heiligen Geist wehen lassen und nicht Juristen. Wir brauchen Abschied und Widerstand von einer juristisch eingeengten Welt hin zu einem Leben voller Freude, Überraschungen und Zumutungen.

Das ist aber nur ein Thema. Deutsche Brandschutzverordnungen zerstören manch ein Alltag, behindern Glaubenspraxis und die Nutzung von jahrhundertealten Räumen in den Kirchen. Gut gemeinte Arbeitsschutzverordnungen, finanzielle Regelungen lassen uns zu einem schlingernden Tanker auf dem Ozean werden. Wir haben Strukturpläne und Konzepte, die eher Visionen verhindern als dass sie Kirche wachsen lassen – das und vieles mehr können wir in der Kirche sehen.

Jetzt mal ein bisschen hart und zugespitzt: Ich kenne kein mutiges Papier jüngeren Datums in der deutschen Kirche, das wirklich den heiligen Geist walten lässt. Es sind meist verschrobene Worthülsen, die juristisch abgesichert ein Wohlgefühl schaffen wollen, aber spätestens beim dritten Mal lesen nichts als einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Nicht dass wir uns hier falsch verstehen. ich bin mir bewusst, dass wir Verwaltung brauchen und ich negiere dies auch nicht, ich will ein Nachdenken und ein Abschiednehmen von einem immer mehr Verwaltung. Ich will auch keine Revolution oder einen Umsturz in allen Lagen. Ich will eine Kirche, die sich der Fragen ihrer Zeit aus dem Glauben, aus dem Gebet und Gespräch mit und zu Jesus Christus stellt. Ehrlich, menschenfreundlich und christlich, der Offenbarung und der Tradition verbunden.

Ich liebe meine Kirche, ich bin katholischer Christ, der all die vielen schönen Traditionen liebt, der sich auch gerne geborgen fühlt in dem was wir von unseren Ahnen bekommen haben. Ich liebe es in einer Heimatgemeinde das kleine Gemeindeleben zu leben. Ich tanke in der Eucharistie Kraft und finde Ruhe in der Anbetung. Stundengebete, Wegkreuze, Heiligenfrömmigkeit – all das gehört zu meinem Leben – aber auch die Freude an der „Utopie“ der Botschaft Jesu Christi, an der Hoffnung auf eine bessere Welt, die wie uns Christus versprochen hat, schon hier beginnen kann. In all meiner Glaubensfreude werde ich traurig, wenn ich wieder mal eine Verordnung vorgelegt bekomme, wieder einmal sich jemand dank einer Liste absichert, oder sich hinter vermeintlich absoluten Regeln versteckt um seine Feigheit Entscheidungen zu treffen versteckt. Traurig und wütend werde ich, wenn Gebräuche und Sitten, Gewohnheiten oder geistiges Versagen und Kleinheit Grund dafür sind, dass wir nicht mutig vorwärts gehen und eine junge Kirche sind und werden.

Mit all unseren Fragen stehen wir an einem Punkt, wo die Fragen nicht neu sind. Sie sind abgedroschen, angestaubt und meist mit Antworten versehen, die wirklich nicht funktioniert haben. Wenn ich die Texte das II. Vatikanum lese, wenn ich das Papier „Unsere Hoffnung“ von Würzburg und viele andere Papiere, Reden, Enzykliken etc. in die Hand nehme, dann merke ich immer und immer wieder: Antworten sind da, wieso setzten wir sie nicht um? Wieso bleiben wir kleingläubig und verstecken uns hinter Versicherungen und unseren Ängsten? Wieso lassen wir uns nicht umgestalten zu einer Kirche Christi, in der die Offenbarung sichtbar wird, in der der Heilige Geist weht?