Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden.

Mit Jesus verändert sich die Blickrichtung des Lebens. Es gilt nicht mehr die Frage: Was muss ich alles tun, um in den Himmel zu kommen? Nein, es geht um kein irgendwann fernes anbrechendes Ziel, das es primär zu erreichen gilt. Nicht fern, sondern um einen anbrechenden Himmel hier – jetzt und hier – darum geht es. Der Wille Gottes, der Plan, den Gott mit dieser Welt hat, soll vom Himmel „runterkommen“. Der Himmel soll hier anbrechen, bzw. ist angebrochen und es gilt nun, diesen Anbruch sichtbar zu machen. Das ist die Botschaft Jesu und schlussendlich der ganzen Bibel. Auf die Frage Johannes ob Jesus der Messias ist und Jesus antwortet: Schaut und dann berichtet was ihr seht! (Mt 11,2). Jesus schafft den Himmel auf Erden, seine Wunderheilungen sind nicht in der Exegese zu beweisende Wunderkonzepte sondern die radikale Veränderung der Welt: „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet.“ (Mt 11,3). Hier zeigt sich das, um was wir im Vaterunser, beten. Das Reich, der Wille Gotte geschieht auf Erden. Der Frieden, die Aussöhnung, der Tierfrieden wie Jesaia (Jes 11,6-8) ihn beschreibt ist möglich, das zeigt uns Jesus.

Der Plan ist schon da – Gottes Wille im Himmel – er muss sich aber manifestieren auf Erden, durch und mit uns.

Damit zeigt sich, dass wir mit einem negativen Weltbild aufhören müssen, es gilt nicht in „Sack und Asche“ zu gehen hier auf Erden, sondern dafür Sorge zu tragen, dass die neue Zeit, in der der Bräutigam (Mt 9,14-15) unter uns ist, wieder anbricht. Wir müssen nicht durch irgendeine trübsinnige Erdenzeit durch, um dann eventuell in den Himmel zu kommen, sondern wir sollen diese Erde und unser Leben bejahen, und Verantwortung übernehmen, dass dieser Plan Gottes auf Erden sichtbar wird.

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Ende … jetzt geht’s in die drei Tage

Aufstehen, heute habe ich wenigstens besser geschlafen (nachdem ich dann eingeschlafen bin), wobei ich mich lange im Bett rumbewegt habe. Gegen drei zum letzten Mal auf die Uhr geschaut.

Lesehore mit dem letzten Kapitel vom 1 Johannesbrief. Kein leichter Text, aber Kernaussage: Jesus Christus ist die Lebens-Ausrichtung. Wer ihm und seiner Botschaft nachfolgt, geht auf alle Fälle auf dem richtigen Weg. Ganz intensiv finde ich den Satz „Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“ (1 Joh5,5). Eine Hoffnung machender Satz und ein Satz, der nochmal daran erinnert, dass der Tod Jesu am Kreuz nicht Niederlage ist, sondern die Krönung eines Erfolgs. Auch die Psalmtexte der Lesehore & der Laudes waren heute so Mut machend für mich. Es ist einfach wunderbar, dass mich die Psalmen so begleiten. Ich hoffe, dass ich immer solch einen Rückhalt darin finde.

Vor lauter Morgengebet habe ich fast die Zeit verpasst, denn auch der heutige Text von Franz von Sales war wunderbar. Kann die Philothea nur wärmstens allen empfehlen. Im Netz gibt’s dazu digitale Versionen und grad eine neue Ausgabe, wie ich sehe. Klar die Sprache ist alt und manche Begriffe auch – aber das Buch ist so ein Schatz an Gedanken und Impulsen!

Frühstück, also u. a. Birchermüsli. Danach Schriftbetrachtung mit ein paar kleinen Veränderungen durch den Referenten. Man fühlt sich schon auch wahr- und angenommen, wenn man vermuten darf, dass Rückmeldungen auch auf einen Boden des Nachdenkens fallen. Das schenkt mir Zuversicht, dass wir in dieser Kirche Menschen sind, die dann auch mir in Rat und Tat, in Kritik und Rückmeldung, in Respekt und Freude zur Seite stehen.

Bibelstelle, die betrachtet wurde, war heute Lukas 24,1-12. Ein paar gute Gedanken gab es dazu. Die kommen eventuell mal in einem Text im Blog.

Danach waren für mich die Exerzitien vorbei. Über St. Peter, einem Besuch in der Kirche und einem doppelten Espresso ging es nach Freiburg zurück. Jetzt habe ich ganz fest den Vorsatz zumindest die nächsten Tage bis Ostern den Stundenanteil fürs Gebet – wie auf dem Lindenberg – beizubehalten. Ich erzähl euch davon dann ob es funktioniert hat.

Die Zahlen mögen für andere Blogs klein sein, aber für meinen nicht. und da es so viel Resonanz gab – gestern waren allein 53 und vor drei Tagen 106 Besucher auf meinem Blog – werde ich weiter verstärkt aus meinem Alltag berichten, soweit es die Zeit zulässt, denn das Zusammenfassen meines Tagebuches ist schon zeitaufwendig 😉. Ich freue mich aber auch weiterhin auf ehrliche und respektvolle Rückmeldungen und so manch ein Gespräch.

Danke an alle, die mich im Gebet und durch Nachrichten und Rückmeldungen so intensiv begleitet haben. Bleiben wir Verbunden im Gebet!   

Die Kurzlesung der Terz hier zum Gruß:

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit“ (1 Tim 2,4-6)

Sasbacher Koinonia

Da gibt es eine Weggemeinschaft, eine geistliche Gemeinschaft, die mir schon in Pirmin „über den Weg gelaufen ist“ und die mich schon damals in manchen Zügen angesprochen hat. Aktuell lese ich die Texte und Bücher die es dazu gibt und bin zutiefst angesprochen. Klar gibt es Punkte, die mich verwirren, die bei mir Fragen aufwerfen aber grundsätzlich finde ich das sehr spannend.

Leider hat aber das „drumherum“ damals mich nicht angesprochen und auch jetzt merke ich, dass es da Punkte, Äußerlichkeiten gibt, die mich ganz und gar nicht ansprechen. Somit habe ich – abgesehen davon, dass es zeitlich ein Problem ist – auch den Weg zu den Treffen dieser Gemeinschaft noch nicht gefunden. Mal schauen.

Was mir aber gefällt sind viele Texte, die Mnsg. Sauer, der Gründer, für die Gemeinschaft zusammengestellt hat.

Dazu gehört auch das Sasbacher Gebet, das es Wert ist gebetet zu werden:

Sasbacher Gebet

Ewiger Gott, barmherziger Vater,
so sehr hast du die Welt geliebt,
dass du deinen Sohn dahingabst.

Wir bitten dich um deinen Geist:
den Geist des Hörens und des Gehorsams,
dass wir deine Nähe in allem erkennen
und unsere Berufung treu erfüllen;

den Geist der Armut und der Solidarität,
dass wir loslassen von Anspruch und Gewalt
und einstehen für die Menschen in Not;

den Geist der Bereitschaft und der Überlassung,
dass wir selbstlos dienen in der Welt und unser Leben in Hingabe verwandeln;

den Geist der Stille und des Gebets,
dass wir leer werden von allem
und das wahre Heil von dir erwarten;

den Geist der Versöhnung und des Friedens,
dass wir Einheit stiften in der Welt
und in deiner Liebe bleiben ohne Ende. Amen