Die Kennzeichen christlichen Handelns nach 1 Petr 4,7-11

Hier habe ich mir ein paar Gedanken und Überlegungen gemacht zu einer Bibelstelle im Neuen Testament – 1 Petr 4,7-11 gemacht.   

Textgrundlage:[1]

7 Πάντων δὲ τὸ τέλος ἤγγικεν[2]. σωφρονήσατε οὖν καὶ νήψατε εἰς προσευχὰς 8 πρὸ πάντων τὴν εἰς ἑαυτοὺς ἀγάπην ἐκτενῆ ἔχοντες, ὅτι 9 φιλόξενοι εἰς ἀλλήλους ἄνευ γογγυσμοῦ, 10 ἕκαστος καθὼς ἔλαβεν χάρισμα εἰς ἑαυτοὺς αὐτὸ διακονοῦντες ὡς καλοὶ οἰκονόμοι[3] ποικίλης χάριτος θεοῦ. 11 εἴ τις λαλεῖ, ὡς λόγια[4] θεοῦ· εἴ τις διακονεῖ[5], ὡς ἐξ ἰσχύος ἧς χορηγεῖ[6] ὁ θεός, ἵνα ἐν πᾶσιν δοξάζηται ὁ θεὸς διὰ Ἰησοῦ Χριστοῦ ᾧ ἐστιν ἡ δόξα καὶ τὸ κράτος εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων, ἀμήν.

Arbeitsübersetzung:

7 Nahe gekommen ist von allem aber das Ende. Seid also besonnen und nüchtern für (die) Gebete![7] 8 Vor allen die beharrliche Liebe zueinander habend, weil Liebe zudeckt eine Menge von Sünden![8] 9 Gastfreundlich zueinander ohne Murren![9] 10 Jeder, wie er empfangen hat eine Gnadengabe, füreinander mit ihr dienend als gute Verwalter verschiedenartigen Gnade Gottes! 11 Wenn jemand redet, sodann als Aussprüche Gottes! Wenn jemand dient, sodann aus Kraft, die Gott hinreicht, damit in allen verherrlicht wird Gott durch Jesus Christus, dem ist die Herrlichkeit und die Macht in die Ewigkeiten der Ewigkeiten! Amen.[10]

Analyse:

Mit der Parusie als zentraler Punkt (vgl. 1 Petr 4,5) steigt die Dringlichkeit der Veränderung. Das Wesentliche soll vermehrt in den Blick genommen werden (vgl. 1 Petr 4,13.17 f; 5,1.4.6.10). Dafür tritt das bisher im ersten Petrusbrief stark präsente Leidensthema in den Hintergrund, was jedoch nicht zu einem neuen Thema führt. Vielmehr geht es im besprochene Textteil 1 Petr 4,7-11 um „das christliche Leben […] das „Leiden“ als Verfolgung verursacht[11].

Diese Endzeitatmosphäre wird jedoch allein im Vers 7 aufgegriffen, was zu der These führen kann, dass es sich hier eher um eine „Motivationsformel“ oder „allgemeine Mahnung[12] handelt, weil Trotz Mahnung, „Zeit, Ende und Eschatologie kein gärendes Thema des Schreibens[13] sind. Damit wird die Erinnerung an eine nahende Parusie allein zur Argumentation für eine in den nachfolgenden Versen findende „Gemeinde-Ethik[14] verwendet. Mit Gemeinde-Ethik ist ein „Verhalten der Christen untereinander“ gemeint. Aspekte davon sind das Gebet, die Gastfreundschaft als eine zentrale frühchristliche Ausdrucksform der christlichen Liebe sowie die Verwaltung der Charismen.[15]

Da „Ziel allen christlichen Lebens und Strebens […] die Verherrlichung Gottes[16] ist, wird die Perikope 1 Petr 4,7-11 mit einer Doxologie abgeschlossen, die aber nicht als Beleg gelten kann, dass es sich hier um einen eigenen Text oder um einen Abschluss des ganzen bisherigen Textkorpus handelt. Vielmehr wird hier eine eigene Texteinheit[17] die mindestens 1 Petr 4,7-11 umfasst abgeschlossen. [18]

Erklärungen/Auslegung

Vers 7: Der Vers 7 kann als Abschluss des vorherigen Themas angesehen werden, denn während es davor um „die theologische Deutung der Fremdheitserfahrung der Leserschaft und ihr Verhalten in einem nichtglaubenden Umfeld ging[19] wendet sich nun der Blick hin in die Gemeinde selbst hinein, wobei der Verfasser des ersten Petrusbriefes zuerst mit der Mahnung zur Apokalypse eine gängige Formel der „frühchristlichen Predigt[20] aufgreift (vgl. Heb 12,27). Es bleibt unklar, wie sehr der Verfasser wirklich Zeit die Parusie in nächster erwartet oder ob es sich hier um ein Stilmittel oder Begründung handelt,[21] denn am Gedanken der Parusie bleibt der Verfasser nicht stehen, auch faltet er diesen nicht weiter aus, sondern er wechselt direkt zur sogenannten Gemeinde-Ethik über.

Was gilt es im Angesicht der Parusie (Naherwartung) zu tun. Die erste gestellte Forderung ist die Aufforderung zur Besonnenheit (σωφρονσατε). Was das bedeuten kann, kann beim Apostel Paulus nachgelesen werden. Unter anderem nach Röm 12,3 hat Besonnenheit die Bedeutung, „dass der Mensch um seinen Ort weiß[22], was im Gegensatz zu einem „Getriebenwerden von den Leidenschaften“[23] steht. Mit der weiteren Forderung nach Nüchternheit setzt der Autor des Briefes eine Verbindung zum vorangegangenen Text, genauer zu 1 Petr 1,13 und erinnert damit daran, dass die Nüchternheit „für den 1 Petr[brief] die christliche Lebensform in der prekären, über Heil und Unheil entscheidende Gegenwart[24] ist. Die Nüchternheit ist die Grundlage des Gebets[25] („also die verbale Kommunikation mit Gott[26]) was für den Verfasser ein wichtiger Wert zur „Entfaltung und Einübung christlicher Existenz[27] darstellt. Dabei ist mit Nüchternheit „nicht nur das Gegenteil von Trunkenheit gemeint, sondern die Wachsamkeit, die sich des unmittelbar Anstehenden zu jedem Zeitpunkt bewusst ist[28] und die eben von einer möglichen „apokalyptische[n] Erregtheit und Unruhe[29] nicht behindert ist.

Mit der Verwendung des Begriffs „τλος“ könnte ein Bezug zur Leidensthematik im restlichen Brief hergestellt werden, denn mit telos wird „das Ziel, die Erfüllung, den Vollzug, den Zweck einer Sache[30] beschrieben. Damit liegt der Blick auf ein Ziel, das bald erreicht ist. Diese Zielausrichtung kann tröstend gemeint sein, kann aber auch, Angesichts der Verfolgungen,[31] mahnend sein, dass die Gemeinschaft als Sicherheitsraum – durch die christliche Liebe – entscheidend ist.

Vers 8: Mit der angesprochene Gemeinde-Ethik als zentrales Thema der Vers 8 und nachfolgende, geht es um „das Verhalten der Adressatinnen und Adressaten untereinander[32] (Verstärkung der Imperative in V. 7). Besonnen und nüchtern ist der Christ zum Beispiel durch die Einhaltung des Liebesgebots als Kennzeichen für die christliche Gemeinde. [33] Auch hier zeigt sich, bis hinein in die identische Wortwahl, einen Bezug zum vorangehenden Text (vgl. 1 Petr 1,22). Dabei kennt das Neue Testament zwei Wörter für „lieben“: ‚phileo‘ und ‚agapao‘ (‚agape‘). Während phileo mehr die Freundschaft bezeichnet, geht es bei agape (außer in Tit 3,4) um die Liebe Gottes zum Menschen bzw. umgekehrt. Wenn es um die Liebe unter den Christen geht, werden beide Begriffe abwechselnd gebraucht. Die hier geforderte Liebe ist eine Liebe ausgehend von Christus (vgl. 1 Petr 2). Der Christ liebt (Mitchristen, Gott/Jesus = Doppelgebot), weil Jesus ihn zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4,19). In der Liebe hat der Christ auch Anteil an der göttlichen Natur (vgl. 2 Petr 1,4).

Eine eventuell schwierige Stelle ist das Thema der Sündentilgung in Vers 8, denn dieser liefert eine „primäre Begründung der Liebe[34], die sich auf die „sündentilgende Kraft der Liebe[35] konzentriert, eine Argumentation, die sich zum Beispiel so auch in Jak 5,20 finden lässt.[36] Dabei geht es darum, dass die begangene Sünde, verdeckt oder vergeben werden kann (wie bleibt im gewissen Sinne offen), durch die Liebe. Dies ist ein Motiv, welches sich in der frühen Kirche immer wieder findet,[37] und sich schon – da weißt auch Origenes hin[38] – in Lk 7,47 so findet. Wichtig ist hier, dass diese Argumentationslinie nicht ein Gegenpol zu dem Grundsatz darstellen soll, dass „Gott das Heil der Menschen bewirkt, die er zu seinem Eigentum gemacht hat[39]. Vielmehr geht es darum die Wichtigkeit der praktizierenden Liebe herauszustellen und zu „unterstreichen, welche Bedeutung die innergemeindliche Solidarität hat.“[40]

Vers 9: Wie unter anderem Franz Dünzl in seinem Buch „Fremd in dieser Welt“ herausgearbeitet hat, ist die Gastfreundschaft ein zentrales Thema der frühen Kirche (vgl. Röm 12,10.13; 1 Tim 3,2).[41] Sie wird „in der Frühzeit der Kirche in einem inzwischen unbekannt gewordenen Stil als etwas typisch Christliches, als spezifisch christliche Form mitmenschlichen Umgangs angesehen und praktiziert[42]. Damit wurde die Tradition des Reisen, die Notwendigkeit von sicheren Unterkünften, für Reisende im allgemeinen und für christliche Reisende im Besonderen, aufgegriffen und zu einer Tugend gemacht, damit das „Postulat der Liebe nicht bloß verbal[43] bleibt, sondern konkret erlebbar wird. Ein ganz besonderer Einblick in die Erfahrungswelt der frühen Christen bietet der Zusatz, dass die Gewährung der Gastfreundschaft ohne „murren“ gewährt werden solle. Wie auch in der Didache[44] zu lesen ist, ist das eine ganz realitätsnahe Erfahrung, die sich darauf bezieht, dass die Gewährung der Gastfreundschaft auch ausgenutzt wurde.

Eine andere Form von Gastfreundschaft wurde hier ebenfalls immer wieder in den Blick genommen. Die Gastfreundschaft der Hauskirchen, einer Gemeindeform, die gerade im 19. Und 20 Jhdt. gerne postuliert wurde. Stefan Heid hat mit seiner Arbeit[45]  belegt, dass es sich bei der in vielen Publikationen beschworenen Hauskirche um eine „Legende der Hauskirche“[46] handelt. Wer aber dieser These weiter nachfolgen will, der hat damit eine weitere (vermeintliche) Hochform der Gastfreundschaft; jene im Kontext der liturgischen Treffen gewährte Gastfreundschaft für eine Abendmahlsfeier in Privathäusern Angesichts (scheinbar) fehlender Versammlungsräume. Das wäre dann eben eine Form der Gastfreundschaft die entscheidend für den Bestand der Gemeinden war.

Vers 10: Norbert Brox diagnostiziert der Gemeinde des ersten Petrusbriefs ein „charismatisches Gemeindeverständnis[47], da der Vers 10 das Thema des Dienens (von: διακονα) und der Charismen aufgreift. Damit wird der Blick von der „innergemeindlichen Solidarität[48] auf jeden einzelnen Gläubigen gerichtet. Ein jeder hat sein Charisma empfangen und damit seinen Dienst in der Gemeinschaft (vgl. 1. Kor 12,14-27). Jeder soll dienen, als „Verwalter“ (οκονμοι)[49] seiner Gaben (Lk 16,1–13; Lk 12,42; 1. Chr 29,11–17). Dabei wird hier der gegenseitigen Dienst,[50] der die Gemeinde stärkt, hervorgehoben. Mit dem Adjektiv „ποικλης“ geht es dabei nicht um eine große Anzahl derer die ein Charisma haben, sondern um die große Bandbreite an Gaben. Damit wird von einer „Differenziertheit der Begabungen gesprochen, die die Gemeinde als ganze besitzt und die sich auf die einzelnen Christen verteilt […] [damit] ist ihnen von Gott ein Begabungsreichtum geschenkt, zu dessen kluger erfolgreicher Anwendung Ps-Petrus hier animiert. Die Pointe liegt dabei in der Sozialpflichtigkeit der Charismen.“[51]

Vers 11: Mit Vers 11 setzt sich die Betonung des „Zusammenspiel[s] der investierten Einzelbegabungen[52] fort indem zwei Beispiele der Charismen benannt werden, die gut verwaltet werden sollen (vgl. V. 4,10). Welche dies im speziellen sind, wird nicht weiter ausgeführt. Es handelt sich um Charismen der Rede/des Wortes und die des Dienens (Taten; vgl. Apg 6,2-4). Es bleibt offen, welche Dienste hier im Einzelnen gemeint sind. In Verbindung mit 1. Kor 12,28 und Röm 12,7+8 dürften hier wohl die einzelnen dienenden Tätigkeiten innerhalb der Gemeinde und untereinander gemeint sein; Hilfsdienste und gelebte Barmherzigkeit.

λόγος“, im griechischen steht zuerst für „Aussprüche“, „Worte“ oder „Orakel“ der Götter und findet sich im Neuen Testament noch in Apg 7,38, Röm 3,2 und in Heb 5,12. Hier geht es nicht nur darum, in einer Übereinstimmung mit Gottes Worte zu sein, sondern wie die alttestamentlichen Propheten (vgl. Dtn 24,4; Ez 2,3–8; 3,10+11), Gottes Worte „zur Sprache […] [zu bringen] und nichts anderes“. Analog dazu gilt es, sich auch im Dienen bewusst zu werden, dass der Dienst „aus der Kraft Gottes“ zu leisten ist, denn auch das Dienen darf nicht „an Fremdinteressen ausgerichtet[53] sein. Gerade die Verwendung von „χορηγε“ betont, dass das Dienen von Gott kommt, ja dass es von ihm ermöglicht wird.[54]

Die Rede und der Dienst, alle Umsetzung der Charismen, geschehen zur Verherrlichung Gottes.[55] Es gilt zu betonen, dass es bei der Umsetzung der Charismen des Einzelnen nicht um die Ehre des Einzelnen geht sondern ganz explizit um die Gemeinde als Gemeinschaft. Die einzelnen Charismen gilt es im Kontext der Gemeinschaft auszuleben. Hier zeigt sich die Lebendigkeit der Gemeinde, einer Gemeinde die ein „Raum des Heils durch Jesus Christus geschaffen[56] darstellt. Diese Verherrlichung Gottes, durch Rede und Dienst des Einzelnen in der Gemeinde wird stilistisch aufgenommen und gleichsam abgeschlossen durch die Doxologie. Das Amen zum Schluss bekräftigt diese (vgl. Rom 1,25; 9,5; 11,36) und schafft einen Sinnabschluss, „bevor in 4,12 durch eine erneute Anrede […] ein Neuanfang erfolgt[57].

Fazit:

Auch wenn nicht explizit von Leid und Verfolgung gesprochen wird, so ist es nicht ganz richtig, wenn jemand zu dieser Textpassage des 1 Petrusbriefes die Aussage tätigt, dass hier das Leidensthema des ersten Petrusbriefes kein Thema sei, denn die Begründung der Gemeinde-Ethik mit dem nahenden Weltenende könnte auch ein direkter Hinweis sein auf eine Bewältigungstheorie des Leidens. Die Christen werden verfolgt, weil sie Christen sind. Zu ertragen ist dies allein durch den Rückhalt in den Gemeinden. Diese Verbundenheit innerhalb der Gemeinde und zwischen den Gemeinden soll durch die Betonung der Notwendigkeit eines speziellen christlichen Lebens gestärkt werden. Erste Priorität dabei hat hier die Liebe, die sich unter anderem in der Gastfreundschaft zeigt, aber auch in weiteren Formen, so wie zum Beispiel in der Umsetzung der von Gott gegebenen Charismen.

Damit bietet der Verfasser des Petrusbriefes eine Struktur an, in die sich die einzelnen Gemeindemitglieder einfinden und einbinden lassen können. Es ist eine Gemeindestruktur die Sicherheit schafft gegen die erfahrene Verfolgung und Anfeindungen Es ist eine Gemeindestruktur, die das zurückgibt, was die Christen verloren haben durch die entstandene Distanz zur Familie und Gesellschaft, eben weil sie die christliche Lebensform gewählt haben.[58]

Im ersten Petrusbrief gibt es so eindrückliche Aspekte und Themen – die Leidensthematik zum Beispiel – dass diese vorliegende Textpassage eher in den Hintergrund geraten könnte. Zu nebensächlich erscheinen die Forderungen dieser Stelle angesichts des restlichen Textes. Dabei bietet diese Stelle so viel für das Leben in der Gemeinde, gerade für Gemeinden in schwierigen Situationen. Die Verbindung der oben beschriebenen Gemeinde-Ethik mit den Aspekten des Leids, des Verlustes, der Verfolgung und der Ängsten und Sorgen können Trost und Antwort Antworten bieten auch für heute bedrängte christliche Gemeinden. Sie könnten auch Antworten bieten für Gemeinden, die sich gerade in Umbruchsituationen befinden. Angst und Unsicherheit gibt es nicht nur in Phasen der Verfolgung, sondern auch in Zeiten des Umbruchs, der radikalen Veränderungen. Abschied von Gewohnheiten und eine unsichere Zukunft brauchen Antworten, die sich eventuell hier finden. Keine Antworten des Abschottens, sondern der Absicherung, der Rückbindung, um vorwärts zu gehen und nicht beengt zu sein/zu bleiben/zu werden. Eventuell bietet diese Textstelle des Briefes auch eine Antwort auf die Gegenwartsanalyse Karl Jaspers: „Dem Glauben an den Anbruch einer großartigen Zukunft steht das Grauen vor dem Abgrund, aus dem keine Rettung mehr ist, entgegen. Es ist wohl ein Bewusstsein verbreitet: alles versagt; es gibt nichts, das nicht fragwürdig währe; nichts Eigentliches bewährte sich; …[59]

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[1] Zitiert nach: Nestle-Aland. Novum Testamentum Graece, hg. v. Barbara u. Kurt Aland et al. Stuttgart 201228[2] Vgl. Mk 1,15; Mt 4,17. Perfekt. [3] Vgl. 1 Kor 4,1; Lk 16,1 ff. [4] Apg 7,38: Wort Gottes am Sinai; Rom 3,2: Wort Gottes die den Juden anvertraut; Hebr 5,12: Wort Gottes. [5] Beispiele für unterschiedlich ausgeprägte Charismen [6] Paulus: Darreichen nach 2 Kor 9,10. [7] 1 Kor 10.11; 1 Joh 2.18. [8] Jak 5.20. [9] Heb 13.2. [10] Röm 12.7. [11] Brox, Norbert; Der erste Petrusbrief (Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament, hg. Von Norbert Brox et al, Band XXI.). Zürich, Neukirchen-Vluyn 19794. S. 201. [12] Knoch, Otto; Der Erste und Zweite Petrusbrief. Der Judasbrief (Regensburger Neues Testament, hg. von Jost Eckert und Otto Knoch). Regensburg 1990. S. 114. [13] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 201. [14] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 201. [15] Vgl. u. a. Schiefer Ferrari, Markus; Dem Wort glauben – ohne Wort überzeugen Suchbewegungen des Autors und der Leser/innen in 1 Petr 2,11– 4,11, in: Ebner, Martin/Häfner, Gerd/Huber, Konrad (Hgg.); Der erste Petrusbrief. Frühchristliche Identität im Wandel (Questiones Disputates, hg. von Peter Hühnermann und Thomas Söding, Band 269) Freiburg, Basel, Wien 2015. S. 163. [16] Knoch; Der Erste und Zweite Petrusbrief. S. 114. [17] Vgl. Brox; Der erste Petrusbrief. S. 202. [18] Dabei handelt es sich, so nach Christoph Niemand um ein „eschatologisch grundiertes Ausleitungsstück“. Niemand, Christoph; „Plan A“ und „Plan B“ für ein christliches Leben in feindlicher Umwelt, in: Ebner, Martin/Häfner, Gerd/Huber, Konrad (Hgg.); Der erste Petrusbrief. Frühchristliche Identität im Wandel (Questiones Disputates, hg. von Peter Hühnermann und Thomas Söding, Band 269) Freiburg, Basel, Wien 2015. S. 139. [19] Vahrenhorst, Martin; Der erste Brief des Petrus (Theologisches Kommentar zum Neuen Testament, hg. Von Eckhard W. Stegemann, et al, Band 19). Stuttgart 2016. S. 173. [20] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 203. [21] Otto Knoch ist der Meinung, dass der Autor des Textes noch in der Parusieerwartung lebt. Vgl. Knoch; Der Erste und Zweite Petrusbrief. S. 114. [22] Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 174. [23] Ebd. [24] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 204. [25] vgl. 1 Thess 5,6.8 und 1 Petr 5,8. [26] Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 174. [27] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 204. [28] Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 174. [29] Knoch; Der Erste und Zweite Petrusbrief. S. 115. [30] Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 174. [31] Vgl. Ebd. [32] A. a. O. S. 175. [33] Vgl. Brox; Der erste Petrusbrief. S. 204. [34] Ebd. [35] Ebd. [36] Dabei wird in der Auslegung zu dieser Stelle diskutiert, ob hier ein Rekurs zu Spr 10,12 erfolgt. Während Martin Vahrenhorts dies so sieht (vgl. S. 175) widerspricht z. B. Otto Knoch (vgl. S. 115) indem er hier ein judenchristliches Sprichwort vermutet, das sich auch noch im Clemensbrief findet (1 Clem 49,5 und 2 Clem 16,4). [37] Vgl. Fußnote 656 in: Brox; Der erste Petrusbrief. [38] Origenes Homelie zu Lev II,4 Siehe Band 6 Origenes Werke [39] Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 175. [40] Ebd. [41] Vgl. Dünzl, Franz: Fremd in dieser Welt? Das frühe Christentum zwischen Weltdistanz und Weltverantwortung. Freiburg, Basel, Wien 2015. S. 141. [42] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 206. [43] Ebd. [44] Schöllgen, Georg; Einleitung zu: Didache/Zwölf-Apostel-Lehre (Fontes Christiani, Bd. 1). Griechisch und deutsch, übersetzt von Georg Schöllgen. Freiburg, Basel, Wien 1991. Did 11,5 f.12; 12,5 [45] Heid, Stefan; Hauskirchen hat es nie gegeben. Das Ende einer Legende, in: Herder Korrespondenz 73 (4/2019), S. 37-39. [46] Ebd. [47] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 207. [48] Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 176. [49] Lk 12,42; 16,1+8; Röm 16,23; 1 Kor 4,1+2; Gal 4,2; Tit 1,7. [50] Das hier verwendete Partizip in Vers 10 könnte im Bezug zu den Imperativen (Verben) in Vers 7 stehen. [51] Brox; Der erste Petrusbrief. S. 207. [52] Ebd. [53] A. a. O. S. 208. [54] Vgl. Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 177-178. [55] Vgl. Brox; Der erste Petrusbrief. S. 208. [56] Ebd. [57] Vahrenhorst; Der erste Brief des Petrus. S. 178. [58] Vgl. Brox; Der erste Petrusbrief. S. 209. [59] Jasper, Karl; Zur geistigen Situation der Zeit. Berlin, New York. 19995. S. 59.

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Glühen wir?

Wir kennen alle Sister Act. Ein Film der viele angesprochen hat, aber doch nur ein Film. Nur Hollywood. Viele Chöre und Gemeinden waren der Meinung: Wenn wir diese Musik haben, dann klappts auch wieder mit der Kirche. Oft haben wir die Lieder gehört, rauf und runter. Dabei meinten viele, das sind neue Lieder, das sind Lieder, die wir noch nie gesungen haben.

Aber es klappte nicht. Die Chöre, die es sangen wurden älter, aber bekamen kaum Nachwuchs. Die Gottesdienste wurden auch nicht voller. Wieso klappt das nicht?

Es ist nur ein Film, aber habt ihr euch angeschaut, was die einzelnen Schwestern spielen. Sie spielen Schwestern, die Lust haben, die erfüllt sind von dem was sie singen. Sie singen den Text der Lieder, wie ein Gebet. Dabei sind es Liedtexte, die teilweise recht alt sind und in unserem Gotteslob stehen.

Das was ich jetzt sage ist eine Binsenweisheit, aber sie scheint nicht angekommen zu sein: Es geht nicht um das Programm, es geht nicht um die Show, es geht nicht um die Orga – die Schwestern zeigen es: Es geht darum, dass man für die Sache brennt. Ganz und gar und mit Haut und Haar. Und dabei ist es egal, wie man drauf ist, egal wie man manche Sachen und Dinge sieht und zu welchem „Lager“ man gehört. Auch das zeigt uns der Film. Wenn es um die Sache geht, um die Botschaft Jesu, dann ist das egal.

Das wäre es zu lernen von dem Film. Nicht die Lieder an sich sind wichtig, sondern das Glühen für die Sache. Kirche kann wachsen, heute, hier, auch in Deutschland, wenn wir anfangen zu glühen, gemeinsam! Wenn wir glühen für die Sache und aufhören uns gegenseitig das Bein zu stellen, die eigenen Mitchristen zu beleidigen, diffamieren und sie und die Kirche zu reduzieren. Glühen wir, glühen wir von innen heraus und gehen wir von da aus an, Kirche zu leben und die Welt zu verändern durch Gebet und Tat! Mehr ist das nicht, was zu tun ist.

Hinweis: „Glühen wir“ – ist ein Zitat von Hannes Groß, das er in einem Gespräch mit mir ausgesprochen hat.

Kirche sein …. Tagung II.

Der Vormittag ist vorbei. Brav, wie es bei Kirchens üblich ist, gab es ein ausführliches Mittagessen und dann die klassische Pause. Ich bin darüber froh. Muss aber trotzdem schmunzeln, denn in der freien Wirtschaft gäbe es das so nicht. Und nachher – auch Tradition – gehts nicht nur mit der Sitzung weiter sondern auch mit dem Essen,d ,ein zu einem guten kirchlichen Leben gehören irgendwie mindestens vier Mahlzeiten ….;-)

Aber zum Thema: Während auf mich so nebenher die Nachrichten, Diskussionen und Meldungen aus dem www einprasseln, dankt Twitter und Co. merke ich, bzw. Bestätigt sich bei mir die Erfahrung, dass sich in den Diskussionen und Haltungen zwischen den anwesenden jüngeren Teilnehmenden und der kirchlichen (Laien-)Welt einiges sich verändert. Mir fällt das im Studium auf, wenn ich sehe, dass so manch eine Fragestellung eben nicht mehr so aufkommt wie noch vor zehn Jahren, oder wenn sich gerade bei den jüngeren Studierenden Wörter wie „Spiritualität“, „Gebetsleben“ oder die Forderung nach einer Ausrichtung auf Jesus Christus irgendwie öfters kommen als in anderen Kreisen, in anderen Generationen. Natürlich gibt es weiterhin viele Themen und Haltungen, die ich nicht so mittragen kann und auch will. Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen etc. aber dass ein Kommilitone fordert, die Kirche muss missionarischer sein, das hätte ich mir vor zehn Jahren nicht einmal erträumen lassen. 

Wenn ich nach den aktuellen Gesprächen heute und in den letzten Wochen und Monaten immer wieder auf so Schlagzeilen, Forderungen etc von  Verbänden, von Interessenvertretern, Funktionären und den alten großen Kämpfern unter den Theologen schaue, dann muss ich sagen: Diese Funktionärskirche hat sich mindestens genauso weit von der kirchlichen Basis entfernt wie es auf der anderen Seite klerikalismen bedienende Kreise es tun. Die Zeit von liberal und Konservativ, von links oder recht, von Kirchenkampf gegen Priester und Co ist in dieser Form vorbei und das ist aus meiner Sicht gut so. 

Die Forderungen nach Veränderungen bestehen weiterhin und das ist auch wichtig. Kirche muss sich wandeln. Sie muss sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzten und steht’s sich neu in Beziehung dazu setzten. Jedoch ist immer mehr die Erkenntnis da, wird immer mehr Raum geöffnet für eine Frage, was ist an dem was wir haben gut und ist das was „schlecht“ ist, grundsätzlich schlecht oder eher nur die Umsetzung, Ausführung etc.? 

Für mich zeigt sich das zum Beispiel ganz klar beim Thema „Berufung“. gerade heute sind mir wieder zwei Artikel/Beiträge zum Thema Priestermangel und Umdenken bei der Priesterzulassung aufgefallen. Ich denke, dass die beiden Themenbereiche Muster sind für das was falsch läuft in unserer Kirche. Gerade bei den Priestern wurde über Jahrzehnte gewollt und ungewollt, der Berufsstand systematisch kaputt gemacht. Das Berufsbild wurde und wird dauerhaft in der Fläche negiert. Von Funktionären, von innerhalb wie außerhalb der Kirche. Eine Berufungspastoral wurde auf den Pfarreien, auf der Ebene, auf der es entscheidend ist und war, von Jahr zu Jahr immer weniger, dafür die Anstrengungen von Hauptamtlichen an anderer Stelle immer größer. Wenn junge Männer, die eventuell sich damit auseinandersetzten schon vor Ort hören: „Wie kannst du nur“, dann werden systematisch Charismen und die Erfahrung von Berufung negiert. Das Gleiche gilt bei Frauen für Orden und Gemeinschaften, für die Jungfräulichkeit. Warum? Weil wir allzulange und nicht mehr auf das eingelassen haben, was das II. Vatikanische Konzil so stark gefordert hat: Darauf, dass wir alle Volk Gottes sind und Verantwortung füreinander und zueinander haben. 

Wenn wir nun, in diesen Kreisen wie heute, in den Zirkeln von Studium etc. Endlich und mit einer Volk-Gottes-Theologie auseinandersetzten, und darauf einlassen Charismen anzunehmen und zu fördern, dann wird das Volk Gottes wieder wachsen, dann werden Gemeinden blühen, dann wird es wieder viele Priester geben und wir dem Ziel das wir alle haben, wieder näher kommen: Das Heil der Menschen, in Jesus Christus.