Ostern – Feuerlöscher

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Es ist noch immer Ostern. Unglaublich! Irgendwie verschwimmt diese Tatsache. Ostern ist wirklich nicht nur am Ostersonntag, sondern 50 Tage lang feiern wir Ostern. Das geht gerade bei mir ein bisschen unter. Abgesehen von den Zusätzen des „Halleluja“ in Stundengebet und Liturgie merke ich da nicht viel. Zu Viel geschieht daneben. Die Priesterweihe, das Studium, anstehende weitere Termine und der Versuch sich auch auf Maria zu konzentrieren – wir haben ja auch noch Mai – all das führt dazu, dass Ostern ein bisschen verblasst. Das ist Wirklichkeit und es ist echt gut, wenn wir das merken, denn wenn schon wir, die in der kirchlichen Welt leben, hier ein Verblassen im Alltag erleben können, wie viel mehr dann der „normale“ Gläubige? Die Menge, die Schnelligkeit, die Flut an Eindrücken – das verlangt schon einiges mehr an Arbeit, wenn es um die Glaubenspraxis geht, als früher, denke ich mir.

Gerade deshalb ist mir wohl heute morgen auch das angehängte Bild aufgefallen. Vor unserer Hauskapelle ist diese Osterpalme platziert. Schön, finde ich und ich muss echt sagen, wir haben einen ganz besonderen Sakristan, der da ungemein viel Feingefühl hat bei all den Symbolen im Jahreslauf.

Spontan witzig finde ich aber die Verbindung mit dem, was da hinter der Pflanze hervorschaut: Ein Feuerlöscher. Dieser Feuerlöscher verstärkte für mich heute morgen die Botschaft die mir diese Osterpalme schenkt. Christus ist erstanden. Ja, das ist er. Und so alltäglich das nun schon sich anhört – wir sagen es ja täglich mehrmals in den verschiedenen Gebeten – es ist was Besonderes. Die Botschaft ist irgendwie wie ein Feuerlöscher. Überall hängen sie zwischenzeitlich herum. Wir nehmen sie nicht wahr, sie sind einfach da. Aber wenn es brennt, dann retten Sie Menschenleben, dann holen sie uns aus echt brenzligen, echt lebensgefährlichen Situationen heraus.
Und das ist doch so wie bei der Auferstehung, wie bei der Botschaft: Jesus Christus ist wahrhaftig auferstanden.
Für die Jünger damals ging eine Welt unter, sie waren verzweifelt, ihr Leben war bedroht und da kommt Jesus selber und zeigt sich ihnen. Die lebensbedrohende Situation des Zweifels, der Verzweiflung, der Einsamkeit wurde beendet. Das Feuer des Unglaubens wurde gelöscht. Und so geht es mir/doch uns heute auch (oder sollte es uns gehen, Jesus bietet es uns zumindest an). So oft sind wir kurz davor auszubrennen. Da haben wir ein Feuer in uns, ein Feuer das uns zerstört, das unsere Persönlichkeit aushöhlt. Nennen wir es Fehler, Sünde, Schuld, Versagen, Zweifel, Untreue, Abwendung von Gott wie auch immer. Es ist was Zerstörendes und Ostern ist die Rettung, ist der Balsam, das Wasser, das unsere Not löscht und uns neue Hoffnung, Entspannung, Freude und so vieles mehr schenkt.
Irgendwie passt das Bild zusammen. Die Osterpalme und der Feuerlöscher haben mich heute morgen echt froh gestimmt. Und es stimmt: Jesus Christus ist auferstanden.

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Ein Kerzlein vor der Gottesmutter

Es ist einfach was Schönes, im Münster zu sitzen und diese Kirche zu genießen. Ich setzte mich dann auch gerne mal so, dass ich die Gottesmutter und die vielen Lichter beim Gebet im Blick habe. Das mache ich fürs Gebet, aber auch weil ich neugierig bin, denn ich sitze auch einfach mal nur gerne da und schau mir alles an. Manchmal ist es schön ruhig, nur die Lichter flackern und hin und wieder hört man eine kleine Gruppe. Manchmal ist aber auch ganz viel los. So wie heute. Ganz viele Gruppen, aber auch ganz viele Familien und einzelne Personen die durch das Münster schlendern und an der Gottesmutter stehen bleiben. So richtig viele zücken dann ihren Geldbeutel und zünden ein Kerzlein an. Dabei bleiben manche mit der Kerze erst mal stehen und stecken sie dann auf den Ständer, andere stellen das Kerzlein auf den Ständer und bleiben dann ein bisschen stehen und manch einer weiß nicht ganz so genau, was er da eigentlich gerade getan hat. Man sieht diesen Personen an, dass sie zwischen fragend und verlegen die Handlung bedenken, davorstehen und eventuell sogar gerne beten würden … manche machen es eventuell auch. So ganz sieht man das ja nicht. Aber sie sind dann ein bisschen linkisch, verlegen …

Ich sehe da gerne zu. Es ist schön, finde ich, wie die vielen verschiedenen Menschen, aller Altersklassen da eine Kerze anzünden. Dieses Flämmchen der Kerzen verbindet all diese Menschen untereinander, das Flämmchen verbindet die Menschen mit Gott, den sie im Namen der Gottesmutter bitten, das kleine Flämmchen der Kerze das entzündet wird verbindet alle auch mit jenen Menschen für die es entzündet wurde. Ich finde diese Vorstellung schön.

Und ich finde es schön, dass – trotz vieler Unkenrufe – da eine gemeinsame Grundlage von Glauben, von Hoffnung zu sehen ist und ich frage mich, ob wir diese nicht zu sehr aus dem Blick verloren haben. Wir in der Kirche messen so viel. Am liebsten hängen wir uns fest an den Statistiken zu Gottesdienstbesuch, zu Tauf-, Todes- und Hochzeitszahlen. Aber können wir den Glauben messen? Manchmal frage ich mich, ob wir zu oft von der „Hochform“, also der Eucharistie, aus alles im Blick haben und es nicht besser wäre, wenn wir wieder ganz grundsätzlich anfangen. Bei der Sehnsucht, bei der Hoffnung, beim Gebet und beim vom Glauben erzählen … Die Apostelgeschichte erzählt davon so viel, manchmal wünschte ich mir, wir fingen nochmal dort an … Bibel lesen, Wort Gottes hören und gemeinsam den Versuch wagen nach diesem gehörten Wort zu leben – und dann weitergehen. Ich erinnere mich da an eine Katechese von Cyrill von Jerusalem, die muss ich – denk ich – nochmal lesen …

Schönen Freitag dann also …