Sich dagegen stellen

Immer öfters tauchen in meinen News-Feed (ob bei Facebook oder bei Twitter) Beiträge der AFD und all der anderen rechtsgerichteten Bewegungen auf. Das sind gesponserte Beiträge aber auch – und das macht mich echt manchmal fertig – geteilte Beiträge von Menschen aus meiner Freundesliste. Das regt mich auf und es kann nicht sein, dass das so weiter geht!!!

Da geht es um die Wahl der AFD in Sachsen und Co. da geht es um latent rassistische Aussagen, da geht es um Hetze gegen andere Menschen, da geht es schlussendlich im Halbwahrheiten und Lügen. Da geht es darum unsere Demokratie, unsere Gesellschaft und die notwendigen seriösen Informationskanäle – die Medien – schlecht zu machen. Mit Andeutungen, mit ironischen Gegenfragen, mit Behauptungen und eben mit Lügen werden unsere gesellschaftlichen und politischen Systeme untergraben.

Jeder, der das dumme Geschwätz dazu glaubt, jeder der schweigt und wegschaut, jeder der nur eine der Aussagen aufgreift und in einer Diskussion und in seinem Denken als möglich richtig aufgreift unterstütz diese Zerstörung der Gesellschaft.

Kritik an politischen Personen, an Funktionsträger, an einzelne Journalisten sind absolut in Ordnung. Kritik am System auch, solange sie seriös und reflektiert erfolgt. Die Negierung des Systems, die systematische Diffamierung der demokratischen, politischen und gesellschaftlichen Strukturen und der einzelnen Funktionsträgern dürfen wir aber nicht hinnehmen.

Der Vergleich zu den 1920iger mag ich nicht, aber trotzdem ist es entscheidend wichtig, dass wir uns die Frage stellen was damals geschah und was falsch lief. Es sind nicht die gleichen Rassisten und Weltzerstörer die an die Macht wollen, aber es sind die gleichen Strukturen, die sich festigen. Auf der einen Seite die Stillen, jene die schweigen, die aufhören Verantwortung zu übernehmen und jene die nur wegsehen und auf der anderen Seite die Brandstifter: Damals NSDAPler, Macht – und Geldgeile und die ganze Brut darum herum, heute ist es AFD, Pegida, Mitglieder der identitäre Bewegung, Sympathisanten und schlussendlich wieder die Macht- und Geldgeilen, die sich nicht um das viel beschworene deutsche Volk oder das Abendland sorgen sondern allein ihre eigene Macht festigen wollen, ihrer eigene persönliche Gier nach materieller oder/und immaterieller Bereicherung frönen wollen.

Gegen die Zerstörer unserer Zukunft helfen nur bedingt solche Texte (wie meiner), es helfen nur bedingt Demonstrationen und Lichterketten. Die einzige Antwort, die gegen diese Brandstifter hilft, sind die Brände im Keim zu ersticken; im Alltag, überall dort wo wir ihnen in ihren ersten kleinen Ansätzen begegnen. Es gilt aufzustehen, contra zu geben. Verbal, aber in entscheidendem Maße aktiv handeln, im Alltag, in der Gemeinschaft vor Ort, in der Politik, in den Kirchen, Vereinen und Gruppen.

Gegen Hassredner und all die anderen helfen erst dann Bundesmittel und Bildungsprogramme wenn zuvor die utopische Antwort der Liebe – andere nennen es Menschlichkeit – gesprochen wird.

AFD kann die politische Agenda nicht mehr mit dem Thema „Ausländer“ und „Flüchtlinge“ verschmutzen, wenn wir endlich dieses Thema so behandeln wie es notwendig ist, nämlich humanitär sowohl vor Ort – zwischenmenschlich – wie in der Politik. Zeigen wir den Panikmachenden doch von wem die Gefahr ausgeht. Nicht von den Ausländern sondern von einzelnen Menschen, die andere Menschen schädigen wollen: Deppen, Hassprediger und Mörder gibt es in jeder Gesellschaft – es ist die Aufgabe der Gesellschaft Systeme zu schaffen, dass diese Gruppen immer weniger auftauchen und wenn es diese gibt, dass sie sanktioniert werden.

AFD und andere Polemiker können uns nicht mehr einreden, dass es Deutschland schlecht geht, dass Deutschland in Gefahr ist, wenn wir nicht endlich erkennen, dass wir in Deutschland viele gute Systeme, Strukturen und Grundlagen haben, dass die aber nur greifen, wenn der Einzelne und die verschiedenen Gruppen subsidiär innerhalb dieser Strukturen Verantwortung übernehmen, selbst daran gehen ihr und das Leben der Mitmenschen zu verbessern.

Nationalsozialismus, Rassismus, Ausgrenzung und Beleidigung in den verschiedenen Formen gibt es nur dann, wenn wir es durch nichtstun zulassen. Dagegen brauchen wir keine Verbote sondern zuerst die Nutzung des eigenen Verstandes und die Übernahme von Verantwortung jedes Bürgers und Bürgerin. Nicht der Staat muss das ändern. Wir! Wir haben die Verantwortung, dass diese Geisteshaltungen gar nicht in die Köpfe eindringen. Wir – jeder von uns – haben/hat Sorge dafür zu tragen, dass wir kein Land der Stammtischparolen sind. Wenn der Nachbar über Ausländer schimpft, wenn in der Straßenbahn Behinderte, Alte oder Ausländer beleidigt oder lächerlich gemacht werden, dann hat jeder von uns Verantwortung zu übernehmen. Wenn AFD und ihre Helfer Lügen verbreiten, dann haben wir aufzustehen und diese in Frage zu stellen. Immer und immer wieder.

Die Afd und ihre Brut hat keine Zukunft in Deutschland, wenn jeder von uns Verantwortung übernimmt. Die Zukunft Deutschlands, unser Frieden und unser Wohlstand und die Möglichkeit das alles in Zukunft auch noch zu verbessern, liegt in der Verantwortung nicht zuerst irgend einer Politikergruppe, sondern in der Hand der Wähler. Jenen Menschen, die mit dem Einschalten ihres Verstandes ihre Verantwortung ernst nehmen für dieses Land, für Europa – für ihr Leben und das der Mitmenschen in diesem Land.

AFD kann nicht gewinnen, wenn Menschen mit Verstand wählen.

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Jusos und Grundrechte

Auf der abgeschlossenen Konferenz der Jusos in Berlin Anfang Dezember 2018 gab es eine Summe von Anträgen, die davon zeugen, dass es neben den einigermaßen seriösen Anträgen und Antragstellern einige darunter gibt, die wohl nicht verstehen, was sie tun, bzw. an manchen Stellen eine menschenverachtende Haltung an den Tag legen, die echt schockierend ist. Einige Anträge sind so abwegig, dass sie fast schon wieder lustig sind. Andere stellen das Lust-Verlangen (und ein fragwürdiges Freiheitsbild) über Menschenleben, wie zum Beispiel der Antrag zur pauschalen Legalisierung von Abtreibungen.

Aber jetzt im ernst: Wie pervers ist denn das? Die Jusos fordern, den Verbot von Werbung der Bundeswehr, mit der Begründung, dass es bei der Vergangenheit der Armee und Armeegeschichte in Deutschland Aufklärung braucht und nicht Werbung. Sie unterstellen jungen Menschen, dass die Werbung der Bundeswehr in erster Linie die Lust am Reisen fördert und die jungen Menschen vor lauter Fernweh nicht realisieren, wie gefährlich der Beruf des Soldaten ist. Die Jusos sehen die Bundeswehr – zumindest nach diesem Antrag – in ihrer Struktur und in ihrem Auftrag als problematisch an. Schlussendlich negieren sie diese auch mit ihrem Antrag und ihrem Bild, der Bundeswehr.

Während sie bei der Bundeswehr Aufklärung und Seriosität fordern und die geistige Fähigkeit junger Menschen in Frage stellen, fordern sie im Gegenzug dazu eine pauschale Legalisierung der Abtreibung und stellen damit Lust und Vergnügen, über die Verantwortung des Einzelnen gegenüber menschlichen Leben. Die gleichen Menschen die wohl bei einer Bundeswehrwerbung nicht reflektiert entscheiden können, sollen bei der Frage, ob ein ungeborenes Menschenleben leben darf, aus einem Gefühl heraus entscheiden können. Es ist schon ein bisschen ganz besonders, dass man – gerade im Blick auf die anstehende Weihnachtszeit und die Feier, dass ein Kind geboren wird – aktiv fordert, dass Kinder eben nicht geboren werden.

Bei ihren Forderungen: Legalisierung von Abtreibung, Übernahme der Finanzierung durch Krankenkasse, Werbung und aktive Motivation zum Schwangerschaftsabbruch geht es ganz klar darum eine negative gesellschaftszerstörende Individualisierung und Lebenshaltungen zu fördern die nicht lebensbejahend ist. Hier geht es nicht darum Opfern von Gewaltverbrechen oder Menschen mit gesundheitlichen Gefahren zu schützen und ihnen zu helfen. Die Forderung nach dieser Form von Selbstbestimmung ist schlussendlich Menschenverachtend. Hier geht es nicht darum, Schaden abzuwenden von Menschen oder Einschränkungen der Freiheit aufzuheben sondern das Recht auf Leben auf Menschen zu konzentrieren, die nicht unterscheiden wollen zwischen einem übertriebenen Lustprinzip und einer seriösen Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität. Hier geht es schlussendlich nicht um die Freiheit, die nur so lange Freiheit ist, wie sie die Freiheit des Anderen nicht einschränkt, sondern um eine Mentalität der Unfreiheit.

Ich argumentiere hier schlussendlich nicht christlich, denn ich muss als Christ voraussetzten, dass ein gläubiger Christ, der das Evangelium Jesu Christi lebt, diesen Forderungen nicht zustimmen kann. Wer gerade die Forderungen zum Thema „Abtreibung“ aufstellt, kann kein gläubiger Christ sein. Daher: Hier muss man sich politisch die Frage stellen, wie solche Forderungen geschehen können. Bei den Anträgen zum Thema Europa wird immer wieder die soziale Verantwortung angemahnt. Es geht um Gesellschaft und Gemeinschaft, um gemeinsame Ziele etc. Allein aber diese beiden oben genannten Anträge, ganz besonders der zur Abtreibung, widerspricht jeder staatsbildenden Haltung, widerspricht jedem gesellschaftlichen Miteinander. Wer im politischen Kontext die eigene friedenssichernde Armee negiert und deren MitarbeiterInnen unter Generalverdacht stellt, wer junge Menschen nicht als fähig abstempelt reflektiert die Werbung der Bundeswehr einzuordnen, wer Abtreibung pauschal legalisieren will, der stellt sich gegen die grundsätzliche positive Grundhaltung dem Mitmenschen gegenüber indem er einzelne gesellschaftliche Gruppen und Personenkreise pauschal negiert bzw. überhöht. Hier stellt man sich gegen die Menschenrechte und nicht auf Seiten der Menschenrechte. Hier wird Leben gegen Leben gestellt, hier werden einzelne als besser und andere als lebensunwichtiger abgetan. Das ist für eine demokratische Partei nicht tragbar und man wünscht sich, dass diese jungen Politiker nie in Verantwortung kommen und wenn dann doch,  dass sie vorher nochmal sich mit Philosophie, Ethik und den politischen Theorien beschäftigen.

Demokratie …

Obama, der Ex-Präsident hat eine Rede gehalten in der er direkt den aktuellen Präsidenten Trump angegriffen hat für seine Art der Präsidentschaft und für seine Art Halbwahrheiten zu sagen und eine Mentalität der Fake-Meldungen, der Unwahrheiten und der Unzuverlässigkeit geschaffen hat.

Ob er mit seinen Aussagen recht hat, das kann ich nicht sagen. Ich will auch nicht in einen Wahlkampf mich einbringen, der mich nur bedingt etwas angeht. Aber er hat einen Satz gesagt, den ich schon wichtig finde: „Wenn Worte ihre Bedeutung verlieren, wenn Menschen einfach irgendwas erfinden können, dann funktioniert Demokratie nicht mehr“. Da muss ich ihm zustimmen. Und ich muss ihm zustimmen, dass mit Trumps benehmen, mit seinen Tweets und mit seiner Art Politik zu betreiben die Demokratie leidet. Trump ist ein populistischer Politiker, dem es zumindest aus meiner Sicht nicht um den Staat und das Wohl der Menschen geht sondern um das, was ihm gefällt und gut tut. So arbeiten auch andere Populistische Politiker und Parteien. Und das ist, auch wenn das manche noch glauben, nicht zum Wohle der Menschen, die Hilfe brauchen. Populistische Politik hilft nur einer Gruppe: den populistischen Politikern und ihren Förderer.

Dieses Erstarken der populistischen Bewegungen macht mir Sorge, ja macht mir Angst. Es schockiert mich, dass diesen Bewegungen sogar Menschen nachrennen, die ich bisher als einigermaßen intelligent oder politisch versiert angesehen habe. Wer diesen Parteien wie Afd oder Bewegungen wie Pegida aber zustimmt und hinterherrennt, ja sie sogar wählt, der stellt sein Gehirn ab. Der/oder sie denkt nicht mehr nach, fragt nicht mehr und gibt das Denken ab an Menschen, die dumm sind.

Wer eine Partei wie Afd wählt, der ist kein Protestwähler, der ist kein Wähler der seriös zur Wahl geht. Wer Afd wählt, denkt nicht nach und will – was am schlimmsten ist, keine Zukunft für unsere nächsten Generationen sondern nur eine imaginäre schöne bessere Welt die es anscheinend früher gegeben haben soll. Und dieses früher ist meist die Zeit zwischen 1933 – 1945.