Rom – Celio

Meist durch Zufall entdeckte ich meine Traumecken in Rom. Als es darum ging die erste kleine Ladenecke zur neuen (nun wieder alten) Bücherstube zu verlassen um an die Piazza Pio XII zu wechseln, hatte ich die Aufgabe in Rom einen Umzug zu organisieren. Kein leichtes Unterfangen musste ich im Laufe der Zeit merken. Woher bekommt man Umzugskartons? Wer packt die, wer hilft mir – ich war doch nur ein „1-Mann-Betrieb“ – woher bekam ich einen Umzugswagen, etc. und Co. Ich fand ein Car-Rent in der Via Ostilia. Preisgünstig aber eine grauenhafte Kiste die mir ungemein viele Erlebnisse bescherte. So u. a. die Logistik des Ein- und Ausladens und Lagerns. Ich hatte also einen 3,5 Tonner. Gefühlt mindestens 20 Jahre alt, den ich beladen konnte: Abends, da ich erst nach 16:30 Uhr in die Straße konnte. Ausladen konnte ich an der Piazza Pio aber nur morgens bis neun. Kein Problem, dachte ich, bis ich das Auto hatte, denn Einladen und Ausladen war kein Problem (naja bedingt; ich war eben ein-Mann, aber mit viel Glück, denn es fand sich dann spontan noch eine liebe Hilfe), zumindest nach der Planung. Das besagte Auto hatte nämlich die Besonderheit, dass sich die Beifahrertüre genauso wie die Ladetüren nicht abschließen ließen. Was tun? Zwar hatte ich – Hl. Gervasius sei Dank – in Rom nie ein Problem mit Diebstahl, aber ausreizen will man das ja nicht … schlussendlich saß ich fast eine Stunde im Parkhaus Terminal Gianicolo und wartete, bis ich den perfekten Parkplatz bekam, direkt an der Seite und so zu beparken, dass die Rückseite nicht mehr zu öffnen war. Mit einigen Kratzern war dies dann auch geschafft – die Kratzer fielen dabei auch gar nicht auf. Eher waren die wenigen guten Stellen eine Besonderheit. Das Personal im Terminal, also das an der Kamera saß, hatte ich auf meiner Seite, sie hatten was zu lachen und ich meine Gewissheit, dass sie einen Blick auf meinen LKW werfen würden. Wie schreibt Albert Raffalt: „Es gibt keine Stadt in der man besser arm sein kann als Rom“. Oh das stimmt, denn wenn man Hilfe braucht, ganz schlichte und ehrlichen Beistand, den findet man in Rom. Dieser Umzug zeigte mir das.

Aber der Umzug schenkte mir auch eben eine neue Entdeckung: Das Viertel Celio. Wenn ich nochmal wohnen will in Rom, dort wäre eine Ecke, die mir gefällt.

Ich entdeckte dieses Eck als ich auf die Öffnung des Car-Rent wartete. San Clemente kannte ich schon, die Straßen dazu auch, aber nach oben hin, da war ich damals irgendwie noch nie. Der LKW stand bei der Abholung auf einem unansehnlichen Parkplatz, daneben ein Bauschild für die Metro C und irgendwie kein einladender Stich nach oben. Trotzdem schlenderte ich nach oben und traf auf eine der schönsten Kirchen Roms: Santa Maria in Domnica oder einfacher: La Navicella. Bis zu diesem Moment hatte ich die Kirche nicht wahrgenommen, obwohl ich schon so oft bei San Stefano war und doch hätte sehen müssen. Aber irgendwie bin ich nach St. Stefano immer über den Lateran hoch. Leider war die Kirche an diesem Tag zu und ich kehrte um und brachte mein Auto zurück. Aber die Freude an diesem Viertel war nun da; ich hatte ja schon am Vorbeilaufen die kleine Straße wahrgenommen und auch den Zugang zum Park und den Arco Dolabella. Ein weiterer Besuch stand auf alle Fälle auf dem Plan und den empfehle ich allen. Bei mir wurden es viele

Das Viertel wurde zu meinem gut gehüteten Schatz, den ich lange nur alleine besuchte. Hier fand ich die Ruhe, hier konnte ich träumend die kleine Via di S. Paolo della Croce entlang gehen, die Orangen bewundern, die über die Mauern wuchsen und die Stunden verträumen an der Piazza di Santissimi Giovanni e Paolo, mit Blick auf das Tor zum Park und die wunderbare Clivio di Scauri, eine jener wenigen Straßen, die uns aus der Antike übrig geblieben sind. Diese Ecken sind für mich Rom. Lange war ich nicht mal in den Kirchen drum herum, lange genoss ich einfach diese Straßen und Plätze. Manchmal eilte ich von Zu Hause weg, mit dem Rad quer durch die Stadt um nur morgens, vor den Toren des Passionistenklosters dort den Morgen zu beginnen. Oder Abends, oder Sonntags, wenn die Stadt lahm lag, müde war von der Schwere der Mittagshitze. Dort oben lag Schatten und Sonne um zur Ruhe zu kommen und irgendwann eroberte ich mir dann auch die umliegenden Gebäude. Was lange dauerte. Ich labte mich an den Plätzen und den Straßen – das reichte mir lange Zeit. Aber eben irgendwann waren auch die Kirchen dran: Ich lernte sie kennen, aber erst nachdem ich mit einem Besuch dieses Eck entlang lief, ungeplant, da San Stefano geschlossen war und ich irgendetwas „bieten“ wollte. Die Zeit dort oben wurde dann auch wunderbar und witzig, denn wir versuchten u. a. an die Orangen zu kommen und mein Besuch – es war im April – konnte es einfach nicht glauben, dass wir mitten in der Stadt, mitten im 21. Jhdt waren und es hier schon Orangen gab. Die besondere Ruhe der ewigen Stadt lag da schon über uns, sodass wir wieder Richtung Palatin herabsteigen konnten, an San Gregorio einen Stopp einlegten und um Zutritt bettelten, denn es war noch nicht die Zeit zur Öffnung. An diesem Tag merkte ich es, und danach immer wieder: An diesem Ort verschwand man und musste so manches mal mit einem süßen Schmerz wieder in das Heute aufbrechen.

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Auch Kirche kann modern

Am 05. Juli gibt es im Freiburger Münster ein #Instawalk, aber was ist das genau? Das Wort selber ist eine Zusammensetzung aus dem Wort #Instagram, was der Name einer App ist und dem Wort walk, also dem englischen Wort für Spaziergang. Ein Instawalk ist also ein Spaziergang mit dem Programm Instagram. Nun ist die App Instagram ein Online-Dienst den man sich als App auf das Smartphone lädt und damit in erster Linie Bilder und Videos teilt. Das besondere an Instagram ist aktuell einfach die fast unvorstellbare Zahl an Usern und an Content.

Ein Instawalk ist ein organisierter Rundgang, so auch in diesem Fall im Freiburger Münster. Es gibt auf alle Fälle zwei Guides, die das Münster sehr gut kennen und die Teilnehmer durch das Münster und ganz besonders zu sehr guten Perspektiven führen. Die Führung hat seinen besonderen Reiz, da zu diesem Zeitpunkt das Münster geschlossen ist. Zeitgleich ist das Freiburger Weinfest und zu diesem Fest ist der Abendgottesdienst nicht im Münster sondern im Priesterseminar Freiburg und die Öffnungszeiten begrenzt. Daher sind die Teilnehmer des Instawalk alleine mit den Guides im Münster.

Während des Rundgangs werden somit Bilder gemacht, die sonst nicht möglich sind. Diese kann man dann bearbeiten oder auch schon gleich direkt – versehen mit speziellen #hashtags – auf seinem eigenen Instagram-Account hochladen.  Man macht also während dieses Rundgang viele Fotos. Man kann diese dann noch bearbeiten und kann sie dann anschließend bei Instagram hochladen. Natürlich können die Bilder auch in anderen soziale Netzwerke geteilt werden.

Zum Rundgang gibt es spezielle #Hashtags. Das bedeutet, dass alle Teilnehmer des #Instawalks ihre Bilder mit diesen Hashtags kennzeichnen. Wer nun bei Instagram sucht dem werden alle Fotos angezeigt. Natürlich kann jeder weitere Hashtags verwenden. Wie bei jedem Bild in den Social Medien ist es das Ziel, die die Bilder mit den passenden Hastags zu versehen um so häufig und so gut gefunden zu werden als möglich, damit das Bild oft bewertet wird und die eigene Seite mehr Follower bekommt.

Das Erzbistum Freiburg schreibt zum Instawalk (Pressemeldung):

Freiburg. Das Freiburger Münster mit dem Smartphone erkunden: Diese Möglichkeit haben Nutzer des Sozialen Netzwerkes Instagram am 5. Juli 2018 (Donnerstag). Um 17.30 Uhr öffnen sich die Türen des Freiburger Münsters exklusiv für eine kleine Gruppe interessierter Hobbyfotografen. Ein Rundgang führt zu besonderen und üblicherweise nicht begehbaren Orten des Münsters. In den rund 90 Minuten haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, die besondere Atmosphäre der leeren Kirche einzufangen und die Fotos unter dem Hashtag #instakirchefrbg direkt auf ihrem Instagram-Account zu teilen.

Der Instawalk ist eine Kooperation der City-Seelsorge c-Punkt, der Dompfarrei, dem Münsterfabrikfonds sowie dem Erzbischöflichen Seelsorgeamt. „Wir sind sehr gespannt, was und wie die Teilnehmenden das leere Münster fotografieren“, so das Vorbereitungsteam. „Da kommen sicherlich tolle, ganz individuelle Blickwinkel zustande.“ Neben dem Freiburger Münster sind in den kommenden Monaten auch Instawalks in weiteren Kirchen des Erzbistums Freiburg geplant.

Das Erzbistum Freiburg beteiligt sich mit seinen Instawalks an einem Projekt des Internetportals katholisch.de. Unter dem Titel #instakirche öffneten bundesweit bisher mehr als 40 Kirchen ihre Türen für Instagram-Fotografen. „Ich freue mich, dass nun auch der erste Instawalk in meinem Heimaterzbistum Freiburg stattfindet“, so Felix Neumann, Redakteur bei katholisch.de und einer der Initiatoren des Projekts #instakirche. „Die bisherigen Instawalks waren für alle Beteiligten eine super Erfahrung.“  Mehr zum Projekt #instakirche  unter www.katholisch.de/aktuelles/omg/instakirche

Anmeldungen für den Freiburger Instawalk sind bis 1. Juli per Direktnachricht über den Instagram- und Facebook-Account des Erzbistum Freiburg möglich. Instagram: www.instagram.com/erzbistumfreiburg und Facebook: www.facebook.com/erzdioezese.freiburg/

La dolce vita ‐ die römische Lebensart

IMG_0954Da gibt es ungemein viel Klischee. Rom ist Klischee, so wie die tausend und eine Geschichte von und um diese Stadt und ihre Lebensart. Oder noch mehr, Rom ist das was wir erleben und in diesem Erleben in Gedanken, in Gefühlen und in Wissen uns schaffen. Deshalb kann es wohl auch nur drei Typen von Menschen geben. Jene, die Rom lieben, jene, die Rom hasse und jene, die noch nie da waren.

Der nachfolgende Text ist also auch nur das Bedienen von Klischees. Dieser Text ist zum Schluss gesehen nichts anderes als eine Traumvorstellung, eine Liebeserklärung an eine alte Dame, die eben gar nicht mehr so traumhaft ist, wie es sie nie war. Daher gilt es den Text nicht ganz ernst zu nehmen, sondern eher als ein Text zu sehen, der eine Liebeserklärung ist an eine alte Dame, von einem Herrn der schon lange die Dame nicht mehr bei Helligkeit gesehen hat.

Aber was macht ein Römer so?
Am Morgen ein Frühstück, colazione, das kennen die Römer im trauten Heim nicht. Dazu geht es in die Bar. Dort wird ein Cappuccino bestellt und ein Dolce, also ein Hörnchen (Cornettoo), mit/con oder ohne/senza Füllung/classico oder semplice) eine Bomba oder ähnliches. Es gibt zwischenzeitlich auch Müsli, Jogurt und Co. selbst schon zum Mitnehmen. Der Kaffee To‐Go ist aber noch immer eine Todsünde. Starbucks & Co. überleben, wenn überhaupt, nur dank der Touristen.
In Italien gibt es zwei Preise: für sitzende Gäste und für jene an der Bar. In Rom ist das heute – außer in einzelnen Fällen – kein so großer Unterschied mehr wie im versnobten Florenz. Es summiert sich nur wenn man, wie ein Römer, mehrmals einen Cappuccino/Cafe am Tag nimmt.
Jeder Römer hat seinen Barista. In seinem Viertel, denn der Römer geht – außer er muss zur Arbeit, oder er ist jung ‐ nicht aus seinem Viertel, also seinem Rione. Eine weitere entscheidende Trennlinie in Rom ist der Tiber. Den überschreitet man nicht, außer in absoluten Notällen.

Getränke mit Milch werden traditionell – je nachdem wie römisch das Restaurant/die Bar ist – nach elf Uhr vormittags nicht mehr serviert. Was daran liegt, dass in vergangenen Zeiten ohne Kühlschrank die Milch meist ab da gefährlich (sauer, Bakterien) wurde. Darüber hinaus ist der Römer der Meinung, dass der menschliche Körper nachmittags keine Milch verträgt.

Wer in seiner Welt lebt, den kennt jeder, der kennt jeden und so ist auch die erste große Aussage von Reinhard Raffalt, SJ der behauptet, dass es in keiner anderen Stadt der Welt charmanter ist arm zu sein als hier. Und das kenne ich auch. Wie oft hatte ich mein Geld vergessen, wie oft kam die Aussage des Patrone: Sei du heute mein Gast! In dieser kleinen Welt lernt man, es gibt Familie – aber nur für jene strangieri die sich darauf einlassen. Ich hab es erlebt und gesehen und erlebe es noch immer.

Mittagessen – pranzo/colazione
Erste Verhaltensregel: in Rom wird man platziert. NIE sich selber einen Tisch aussuchen. Damit steigen ganz oft die Preise, denn sie werden als ignoranter Ausländer erkannt.
Die Zeiten ändern sich. Während die Panini (belegte Brötchen) oder die Tramezzini (Belegtes Toastbrot, ohne Rinde meist caldo/warm zu genießen) früher mal was für „zwischendurch“ waren, gibt es auch in Rom heute für viele nur einen kleinen Mittagstisch. Ein Brot, ein Gang oder gar nur ein Salat, das gibt es heute immer öfters. Das ist die Folge dieses „unangenehmen deutschen Lebensstress“, der aus dem Norden kommt (die Deutschen = Tedeschi; sind nicht immer wir, damit sind auch, wie ich schon gehört habe, die Norditaliener gemeint).
Klassisch gehört jedoch zum Mittagessen mindestens zwei im besten Falle vier Gänge: Antipasta, Primo, Secondo, Dolce – was also bedeutet: Vorspeise, erster Gang mit Pasta o. Ä., Fleisch und ein Nachtisch, gern auch mal Früchte oder einen Fruchtsalat (macedonia). Der Wein darf dabei nicht fehlen; Tischwein, Wein des Hauses … und ein Digestif auch (Grappa, Limoncello, Amaro, …). Aber alles angemessen.

Dann kommt die Mittagspause/Mittagsschlaf. bei diesem Thema kommen dann die Deutschen und erzählen was davon, dass die Italiener faul sind. Nein, das sind sie nicht, sie arbeiten meist mehr Stunden, haben aber einfach eine andere Einstellung. Die Arbeit ist für das Leben da und nicht andersherum. Das ist doch viel besser. Beim Staat und im Vatikan zeigt sich oft auch noch: Es gibt eigentlich eine sechs‐Tage‐Woche. Von Montag bis Samstag wird vormittags gearbeitet. Dazu sind zwei oder drei (oder mehr) Nachmittage zu arbeiten. Aber auch das ändert sich so langsam und damit sinkt die Lebensqualität.

Der Abend
Der Römer, gerade der junge Römer – und da ganz besonders die ragazze – gehen am Abend auf den Giro. Dieser Termin wäre – ich glaub ich hab das mal bei Franca Magnani einmal in einem Beitrag vernommen – einer der Gründe warum es in Rom keine Popper, keinen Schlabberlook o. Ä. geben könne, und warum die Römerin die am besten angezogene Frau der Erde sei. Und es ist doch so: Nirgends auf dieser Welt sind die Frauen so schön wie in Rom. Das macht das Licht, die Schönheit der Stadt und der Charme des Augenblickes. Das gilt für alle Frauen in dieser Stadt.
Der Giro ist der Spaziergang am Abend (nicht zu früh). Man trifft sich nicht in einem einzigen Restaurant. Jeder hat sein Gebiet, seine Strecke, seinen Startpunkt und man findet sich. Man beginnt eventuell gemeinsam, aber geht im Laufe des Abends gern auch getrennt weiter, nur um sich am Ende des Abends wieder zu finden. Startpunkt ist der Aperitivo und erst danach geht es weiter. Dabei ist der Aperitivo nicht einfach ein Getränk, nein er ist viel mehr. Der Aperitivo ist eine Ausprägung der römischen Lebensform den Abend, die Minuten des Sonnenuntergangs zu genießen und den Gaumen und die Sinne zu reizen.
Der Studierende und jener der kaum Geld hat, wird sich hier (nicht ganz anständig, aber manchmal notwendig) satt essen. Ein vollständiges Abendessen gibt es somit schon mancherorts für 8 €.
Danach geht es in die bevorzugte Lokalität zum Essen. Die Antipasta kann man so getrost weglassen – oder doch nicht, je nachdem wie man mag. Auch hier folgt die normale Reihung, bis hin zum Dolce und einem schönen Käse als Abschluss, muss nicht, kann, darf sein ist aber nicht typisch römisch, sagen die einen, die anderen genießen. All das ist Idealform, die es immer weniger gibt für die Römer. Warum? Das liebe Geld ist daran schuld. Das Leben wird immer schwerer, aus verschiedenen Gründen, aber einer ist ganz sicher der, dass auf der einen Seite alles teurer wird wegen der Touristen und auf der anderen Seite zerstört Arbeitslosigkeit und Armut die Schönheit des Lebens, gerade der jungen Menschen.

Der Absacker in einer Bar ist möglich, auf der Piazza ab 23.00 Uhr nur mit Plastikbecher, was die einen abschreckt, die anderen nicht stört. Dabei kommt der Piazza die Rolle zu, die ihr zugetragen ist. Die römische Piazza ist das Wohnzimmer, der Salone des Volkes aber grundsätzlich auch der Ort der Demokratie in seiner jeweiligen Ausprägung. Die Piazza ist das Forum, welches es in Rom immer gab und um das wir die Stadt beneiden dürfen. Die Piazza ist der zentrale Ort des Lebens. Hier wird geliebt, gelacht, geweint und gefeiert. Hier zeigen sich die jungen Menschen, auch ohne viel Geld. Gerade nun, wenige Tage nach einer ganz traurigen Wahl in Italien stellt sich die Frage, was ist los in Italien? Eventuell liegt es an der Piazza, dem Forum, oder gerade daran, dass nicht mehr dort gestritten wird. Wo waren die Wahlplakate? Wo war die Diskussion, wo war die Wahl, die die Wirklichkeit abbildete und nicht irgendwelche Scheinwelten. Wo ist Cicero um den heutigen, immer wieder auftretenden Politiker, wie Verres, Catilina und Co. paroli zu bieten. Das geht immer noch nur auf den heutigen Plätzen der Öffentlichkeit. Es hilft uns und unserer Demokratie nicht, dass wir das Forum und die vielen wunderbaren Plätze der Demokratie in Trümmern belassen und sie nur als alte Relikte sehen. Sie müssen was in uns bewegen. Das Leben, das ich hier beschrieben habe, ist das Leben der Reichen, der großen Menschen, die Rom hervorgebracht hat. Es ist aber eben auch das Leben all jener, die für die jeweilige Freiheit und für das Leben und die Liebe in dieser Stadt gekämpft haben. Wir können das belächeln und wie im Museum aufnehmen, oder wir können es leben, in der Gänze, also schönes Leben und Verantwortung dafür.