Marienverehrung – Zitat

„Vielleicht hat Laurentin doch nicht völlig unrecht, wenn er die ganze Szene (Besuch Mariens bei Elisabeth) mit der Heimholung der Lade parallel gebaut findet, so dass das Hüpfen des Kindes die ekstatische Freude Davids angesichts der Bürgschaft von Gottes Nähe fortsetzen würde. Aber wie dem auch sei, etwas kommt hier zum Ausdruck, das uns in unserem kritischen Jahrhundert fast ganz abhanden gekommen ist und das doch von inner her zum Glauben gehört; Ihm ist die Freude über das Mensch gewordene Wort wesentlich, das Hüpfen vor der Bundeslade in dem selbstvergessenen Frohsinn dessen, der Gottes rettende Nähe erkannt hat. Nur wenn man dies versteht, kann man auch Marienverehrung begreifen: Sie ist über alle Probleme hinweg das Hingerissenwerden von der Freude darüber, dass es das wahre Israel unzerstörbar gibt; sie ist das glückselige Einschwingen in die Freude des Magnificat und damit Lobpreis dessen, dem sich die Tochter Zion verdankt und den sie trägt als die wahre, unverwesliche und unzerstörbare Lade des Bundes.“

aus: Ratzinger, Joseph; Die Tochter Zion. Freiburg, Einsiedeln 1977. S. 82 f.

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Julian Green

Heute vor 20 Jahren ist Julian Green verstorben. Vor wenigen Tagen stolperte ich über ein Zitat von ihm, das ich euch weitergeben will – einfach so – zum nachdenken:

„Die Sünde macht aus dem Christen etwas wie einen Fisch, der auf dem Trockenen liegt und nach Luft schnappend mit dem Tod ringt, denn er bedarf Gottes wie der Fisch des Wassers. Warum also der Hang zu dem, was uns zerstört? Ich weiß es nicht. Ich vermute, es handelt sich um die Erbsünde, die nach wie vor ihre Wirkung tut. Man leugne die Erbsünde, und alle Psychologie wird unbegreiflich.“ Julien Green, Tagebücher 1955-1972, S. 420.